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Schneller und sparsamer: WLAN-Stifte mit n-Standard

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WLAN-Stifte
Mehr Tempo: Ein WLAN-Stick nach dem n-Standard liefert eine höhere Datenübertragungsrate - aber nur, wenn auch der Router dies unterstützt. (Bild: Remmers/dpa/tmn)

am 22.04.2009 | Von Florian Sanktjohanser, dpa

Berlin/Hamburg (dpa/tmn) - Familienleben anno 2009: Papa prüft die Aktienkurse, Töchterchen chattet mit Freundinnen, und Sohnemann kämpft sich durch Multiplayer-Spielwelten. So viel Verkehr in einem Netzwerk kann schnell dazu führen, dass aus der Datenautobahn wieder eine Landstraße wird.

Der Seitenaufbau dauert, der Videostream ruckelt. Abhilfe versprechen neue WLAN-USB-Stifte mit dem neuen n-Funkstandard, die sich auch für ältere Computer problemlos nachrüsten lassen. Theoretisch lassen sich damit beim Surfen Höchstgeschwindigkeiten von bis zu 300 Megabit pro Sekunde (MBit/s) erreichen, sagt Peter Knaak von der Stiftung Warentest in Berlin.

Trotz der versprochenen Traumgeschwindigkeiten sind die kleinen Beschleuniger genügsam in ihren technischen Anforderungen. Ein Computer mit Windows XP oder einem moderneren Betriebssystem genügt, erklärt Fabian von Keudell von der Zeitschrift «Chip». Bescheidene Ansprüche stellen die Stifte auch an den Geldbeutel: Der Sieger im Test der Zeitschrift «Computer Bild», der Hama Wireless LAN USB 2.0 Stick 300 MBit/s, kostet nur rund 30 Euro.

Verbraucher sollten sich den Kauf dennoch gut überlegen, sagt Knaak: Wer nur normal durchs Internet surft und sich das Netzwerk nicht mit vielen Mitsurfern teilen muss, komme mit einer Verbindung im momentan üblichen g-Standard vollkommen aus. Voll ausgenutzt wird die mögliche Übertragungsgeschwindigkeit eines n-Standard-WLAN nur bei besonders schnellen Internetanschlüssen oder der Übertragung großer Datenmengen im heimischen Netzwerk.

Zwar bleibe in der Praxis meist nur eine Geschwindigkeit von 60 bis 100 MBit/s übrig, weil Wände, Möbel und andere Netzwerke die Übertragung stören. Aber auch bei diesem Tempo dauere die Übertragung einer Datenmenge von einem Gigabyte laut Fabian von Keudell theoretisch nur anderthalb Minuten. In der Praxis könne davon ausgegangen werden, dass WLAN nach dem n-Standard Daten zwei- bis viermal schneller überträgt als ein g-Standard-Gerät.

Wichtig ist, dass auch der Router den n-Standard unterstützt, weil er die Geschwindigkeit im Netzwerk bestimmt. Funkt er im g-Standard, also mit einer Brutto-Übertragungsrate von 54 MBit/s, passt sich der WLAN-Stick dem an - obwohl er eigentlich schneller ist.

Ein guter Zeitpunkt für die Anschaffung eines WLAN-Sticks könne der Abschluss eines neuen DSL-Vertrages sein, sagt von Keudell. Zwar würden dabei von den Internet-Providern in der Regel noch g-Standard-Router bereitgestellt. Neukunden könnten sich das Geld für einen subventionierten Router aber auch sparen und für einen Aufpreis von rund 20 Euro einen passablen n-Standard-fähigen Router kaufen.

Zumal dieser neben der höheren Übertragungsgeschwindigkeit auch eine Reihe weiterer Vorteile bietet. So verbrauchen die meisten Stifte deutlich weniger Strom als ihre Vorgängermodelle. Im Test von «Computer Bild» halbierte sich der Stromverbrauch der meisten Stifte im Sparmodus. Davon profitieren vor allem Nutzer, die mit ihrem Notebook oft im Akkubetrieb arbeiten. Außerdem verschlüsseln viele Stifte die übermittelten Daten durch das sogenannte WPS-Verfahren automatisch. Nutzer müssen also nicht mehr umständlich Passwörter eingeben, sondern nur noch auf einen Knopf drücken.

Außerdem funken Geräte mit n-Standard wesentlich weiter: theoretisch zehn Mal, mindestens aber doppelt so weit wie im g-Standard, sagt von Keudell. Sie erreichen auch Ecken, in die Geräte mit g-Standard nicht mehr vordringen. Dennoch sollten Verbraucher auf die Positionierung ihrer Computer achten. Ideal sei es, wenn Router und Rechner in Sichtverbindung zueinander aufgestellt werden.

Infos

Auf freie WLAN-Frequenz umsteigen Selbst unter Idealbedingungen können WLAN-Stifte mit n-Standard Geschwindigkeiten von 100 MBit/s oder mehr oft nicht erreichen. WLAN-Netzwerke aus der Nachbarschaft funken dazwischen und bremsen das eigene Netzwerk aus. Besonders in Mehrfamilienhäusern in Großstädten, wo sich eine Vielzahl von Drahtlosnetzwerken überlagern kann, ist das ein Problem. Zusätzlich stören Geräte wie Funktelefone, Handys mit Bluetooth und Mikrowellen das Netzwerk - sie alle senden Strahlen im gleichen Frequenzbereich von 2,4 Gigahertz (GHz) aus. Manche Stifte bieten dafür die Lösung an, auf die Übertragungsfrequenz von 5 GHz umzustellen. So können Störungen vermieden werden, da dieser Frequenzbereich noch kaum belegt ist. Bisher bieten allerdings nur wenige WLAN-Stifte diese Möglichkeit an: Im Test von «Computer Bild» waren es nur zwei Modelle. Außerdem benötigen Verbraucher für eine Umstellung wiederum einen Router, der in dieser Frequenz funken kann.
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