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Konsolen haben längst Netzwerk-Qualitäten

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Sony
Mit wenig Aufwand werden die Playstation 3 oder die Xbox 360 zu Netzwerk-Playern und transportieren Filme und Fotos vom PC auf den Fernseher. (Bild: Sony/dpa/tmn)

am 15.04.2009 | Von Thilo Mischke, dpa

Hamburg/Berlin (dpa/tmn) - Der letzte Urlaub war wunderbar, die Fotos sind perfekt geworden, und nun bestehen Familie und Freunde auf eine Vorführung der Bilder auf dem Großbildfernseher im Wohnzimmer.

Doch die Schnappschüsse sind zusammen mit den Urlaubsvideos auf dem Computer im Arbeitszimmer gefangen. Wer in dieser Situation eine moderne Videospielkonsole besitzt, ist klar im Vorteil. Denn die Geräte können sich oft per LAN oder WLAN ins heimische Netzwerk einklinken und liefern multimediale Inhalte von Netzwerkrechnern oder -festplatten an Fernseher oder Anlage.

«Die heutigen Konsolen sind weit mehr als einfach nur Spielzeug», sagt Tim Rittmann, Redakteur beim Videospielmagazin «GEE». Mit wenig Aufwand ließen sich Konsolen der neuesten Generation in Netzwerk-Player verwandeln.

Wer sein Gerät zum sogenannten Streamen multimedialer Inhalte verwenden möchte, muss natürlich klären, woher die Daten kommen sollen. Prinzipiell sei jeder Windows-PC oder Mac-Computer im heimischen Netzwerk in der Lage, als sogenannter Media- oder Home-Server zu arbeiten - die richtige Software vorausgesetzt. Stromsparende Netzwerkfestplatten (NAS), die beispielsweise an den Router angeschlossen werden können, eignen sich als Datenlieferanten für den Dauerbetrieb.

«Die Spielkonsolen Microsoft Xbox 360 und Sony Playstation 3 (PS 3) lassen sich einfacher vernetzen als die Nintendo Wii», erklärt Jan Fleischmann, Technikredakteur von der Zeitschrift «Audio Video Foto Bild». Denn diese beiden Konsolen beherrschten von Haus aus den anwenderfreundlichen Vernetzungsstandard UPnP-AV.

Die Wii selbst lässt sich nur über Umwege zum Streamen bewegen, beispielsweise mit den kostenlosen Software-Angeboten Orb («orb.com/gamers/wii.htm») oder TVersity («tversity.com/setting-up-tversity-with-your-wii»), die Inhalte auf den Wii-Internetkanal schicken. Doch der Aufwand lohne sich nur bedingt, sagt Fleischmann: «Die Qualität ist eher mager, HD-Videos lassen sich mit der Nintendo Wii nicht wiedergeben.»

Wer eine Xbox 360 oder eine PS 3 und den auch für das Betriebssystem MacOS verfügbaren Windows Media Player 11 auf seinem Computer nutzt, hat es leichter. Denn der Media Player fungiert in der Version 11 auch als Media-Server nach dem UPnP-AV-Standard. Über die Software lassen sich Bilder, Musik und Videos für kompatible Streaming-Clients im Netzwerk freigeben. «Das bedeutet: PC im Arbeitszimmer anschalten, und schon ist die Musik- und Filmsammlung im Wohnzimmer auf dem großen Fernseher zugänglich», erklärt Tim Rittmann.

Laufen die Betriebssysteme Windows XP Media Center Edition oder die Windows-Vista-Versionen Ultimate und Home Premium auf dem Rechner, klappt das Zusammenspiel wegen des integrierten Programms Windows Media Center zumindest mit der Xbox 360 noch einfacher. «Befinden sich Server oder PC und Xbox360 im gleichen Netzwerk, wird diese als Media Center Extender erkannt», erklärt Felix Petzel von Microsoft Games Deutschland. Filme, Fotos oder Musik könnten dann als Stream auf die Konsole übertragen werden.

Die Nase vorn in Sachen Multimedia hat aber die PS 3, sagt Jan Fleischmann: «Sie spielt Blu-Ray-Disks ab, besitzt alle wichtigen multimedialen Ausgänge wie HDMI und ist im Prinzip auf das Netzwerkstreamen ausgelegt.» Die Xbox 360 habe dagegen nur ein DVD-Laufwerk an Bord, und für die Integration ins kabellose Netzwerk müsse ein WLAN-Adapter zugekauft werden.

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