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Gut und günstig: Fotos über Web-Anbieter entwickeln

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Foto-Entwicklung per Web
Per Mail verschicken, auf Papier zurückbekommen: Viele Hobbyfotografen lassen ihre Bilder bei Internet-Anbietern entwickeln. (Bild: [M] Schierenbeck/Wenda/dpa/tmn)

am 07.04.2009 | Von Andreas Thieme, dpa

Düsseldorf (dpa/tmn) - Fünf Monate in Valencia, 1000 digitale Fotos: Nach dem Auslandssemester will Carmen Thoma ein paar Erinnerungen nicht nur auf dem Rechner, sondern auch im Fotoalbum haben. Entwickeln lässt die 25-Jährige die Bilder über einen Anbieter im Internet.

«Da kann ich die Bilder jetzt schon hochladen und sie werden mir dann kostenlos nach Hause geschickt», sagt die Psychologie-Studentin. Das Verfahren hat sich längst etabliert: Vom Elektromarkt bis hin zur Drogerie gibt es zahlreiche Anbieter, die ihre Fotodienste über das Internet anbieten. Aber bekommt der Kunde auch ansehnliche Abzüge? «Qualitativ gibt es keine Unterschiede zwischen der Fotoentwicklung im Internet und der in einem Fotogeschäft», beruhigt Rainer Claaßen von der Zeitschrift «Audio Video Foto Bild».

Denn die Fotodateien werden zur Entwicklung ohnehin an die gleichen Großlabore verschickt - egal ob eine CD oder ein Speicherstick im Fotoladen abgegeben werden oder ob der Verbraucher die Dateien bei einem Internetanbieter hochlädt. Spezielle Fachlabore zur Großbelichtung seien höchstens für Posterformate interessant - für die üblichen Abzüge seien die Entwicklungsmöglichkeiten über das Internet aber gut und billig, sagt Claaßen.

Nach dem Hochladen der Fotos bei einem Internetanbieter ist es meist noch möglich, die digitalen Bilder zu bearbeiten. «Es sind einige Anpassungen möglich, die das Bild verbessern können», erklärt Claaßen. So ließen sich etwa Helligkeit oder Kontrast anpassen, auch der Rote-Augen-Effekt vom Blitz könne oft beseitigt werden. Wunderdinge dürfe man allerdings nicht erwarten. «Eine zu geringe Auflösung des Bildes kann nicht verbessert werden», sagt Claaßen.

Neuerdings gibt es auch Anbieter, die kostenlose Abzüge liefern, dafür aber eine Werbefläche an den Fotoabzug anhängen. Über picabee.de mit Sitz in München gibt es nach diesem Konzept monatlich bis zu 30 Gratis-Abzüge im Format 10 mal 15 Zentimeter. Das Werbefeld befindet sich am rechten Bildrand außerhalb des eigentlichen Fotomotivs. Zusätzlich befinde sich im Bildmotiv am linken unteren Rand das Logo des werbenden Unternehmens, erklärt Picabee-Geschäftsführer Christoph Lienke.

Experten sehen solche Angebote eher skeptisch. «Werbung wird es schwer haben, sich auf privaten Fotos durchzusetzen», sagt Andreas Krautz, Spezialist für Werbepsychologie und Informationsverarbeitung aus Cottbus. Zwar könne man die Werbefläche am rechten äußeren Rand in diesem Fall einfach mit der Schere abschneiden. Der ideelle Wert könne jedoch bei der Fotobetrachtung verloren gehen, weil noch ein Firmenlogo auf dem Bild zurückbleibt. «Auf Dauer nervt das natürlich», sagt Krautz.

Verbraucherschützer wollen aber nicht pauschal von werbefinanzierten Modellen abraten. «Solange die Nutzer der Angebote vorab über die Eingliederung der Werbung in ihre Fotos wissen, ist das kein Problem», sagt Iwona Gromek von der Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen in Düsseldorf. Die Werbung auf dem Foto schränke den Verbraucher zwar bei der Betrachtung der Bilder ein. Dafür sei der Dienst aber kostenlos.

Ganz vom Fotoladen um die Ecke verabschieden wollen sich viele Verbraucher dennoch nicht. Zwar seien die Preise meist ein wenig höher als bei der Bestellung im Internet, dafür könnten Verbraucher im Falle einer Reklamation die Angelegenheit direkt vor Ort klären, zählt Claaßen einen Vorteil auf. «Da ist der persönliche Kontakt natürlich von großem Vorteil», sagt Claaßen. Vor allem ältere Menschen oder Einsteiger in das Foto-Hobby würden sich in guten Geschäften von Fachpersonal beraten lassen.

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