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Beamer statt TV: Größeres Bild, kleinere Leuchtkraft

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Beamer statt Fernseher
Hier kommt der Film raus: Für echte Heimkino-Fans eignen sich Beamer mit ihren großen Bildern meist besser als ein Fernseher. (Bild [M]: Schierenbeck/dpa/tmn)

am 19.03.2009 | Von Juliane Mroz, dpa

Wien/Berlin (dpa/tmn) - Gemütlich im Wohnzimmer sitzen und einen Film ansehen, das Bild so groß wie in einem kleinen Kino - aber ohne die übliche Horde ungehobelter Kinobesucher. Möglich wird das mit einem Beamer.

«Ein Beamer hat eine wesentlich größere Bilddiagonale als ein Flachbildschirm-Fernseher», sagt Paul Srna, Tester beim österreichischen Verein für Konsumenteninformation (VKI) in Wien. «Wer wirklich Heimkino machen möchte, ist mit einem Beamer besser beraten.»

Wer sich gegen den Fernseher und für den Videoprojektor entscheidet, bekommt nicht nur ein größeres Bild. Laut Markus Bautsch, Experte für Unterhaltungselektronik bei der Stiftung Warentest in Berlin, bietet der Projektor auch eine bessere Bildqualität zum ungefähr gleichen Preis. Allerdings benötigt ein Beamer etwas mehr Platz - in zwei Dimensionen: Zunächst muss das Bild irgendwohin projiziert werden. Eine mit guter Farbe weiß gestrichene Wand oder ein glatt gespannter Vorhang bringen laut Bautsch ähnlich gute Resultate wie eine Leinwand.

Zweitens braucht das Gerät Abstand zur Wand: «Üblicherweise muss man da mit etwa zwei bis fünf Metern rechnen», erläutert Bautsch. Je größer der Zoombereich des Geräts sei, desto variabler die Entfernung, in der man den Projektor aufstellen kann. Die sogenannte Lens-Shift-Funktion erlaubt es, den Beamer auch seitlich oder in der Höhe versetzt zur Projektionsfläche aufzustellen.

Ein Nachteil des Beamers gegenüber dem Fernseher: In der Regel muss der Raum abgedunkelt werden, damit das Bild gut sichtbar ist. «Es ist unpraktisch, den Raum abzudunkeln, nur weil man mal eben die Nachrichten schauen möchte», gibt Paul Srna vom VKI zu bedenken.

Wer einen Projektor für den Hausgebrauch kaufen möchte, kann in der Regel zwischen zwei Typen wählen: Weit verbreitet sind LCD-Projektoren. Sie funktionieren wie Dia-Projektoren, nur dass sie anstelle des Dias eine Scheibe aus Flüssigkristallen (Liquid Crystal Display) haben. Bei den sogenannten DLP-Projektoren - DLP steht für Digital Light Processing - wird das Bild mit Hilfe von winzigen, kippbaren Spiegeln erzeugt.

«Viele Menschen sehen bei Projektoren mit DLP-Technik den sogenannten Regenbogeneffekt», sagt Jan-Keno Janssen von der IT-Zeitschrift «c't». Da die Farben hier nacheinander erzeugt werden, treffen die Grundfarben bei Augenbewegungen nicht mehr an der gleichen Stelle auf die Netzhaut. «Das Resultat sind Blitzer in Regenbogenfarben.»

Dafür, so Janssen, liefern DLP-Projektoren meistens mehr Kontrast als LCD-Beamer. «Außerdem neigen die Panels vieler LCD-Beamer nach einiger Zeit - ab 1000 Stunden - zu einem Grünstich.» Es gibt noch eine weitere Projektionstechnik namens LcoS (Liquid Crystal on Silicon). Laut Janssen sind Geräte mit dieser Technik zwar noch recht teuer, zeigten bisher aber keine der Nachteile, die von LCD- oder DLP-Projektoren bekannt sind.

Nicht nur zwischen Flüssigkristall und Projektion per Spiegel müssen Beamer-Käufer sich entscheiden, sondern auch zwischen verschiedenen Auflösungen. Die hochauflösenden Full-HD-Geräte sind laut Bautsch vor allem sinnvoll, um die Vorzüge von Filmen auszukosten, die eine Auflösung von 1280 mal 720 Bildpunkten besitzen. Die gibt es nur auf Blu-ray-Disc, dem Nachfolge-Format der DVD. Um die Blu-ray abspielen zu können, bedarf es eines Blu-ray-Players, der noch vergleichsweise teuer ist - was auch für die Filme gilt. Full-HD-Projektoren sind ab 2000 Euro zu haben.

Wer weniger ausgeben und ohnehin hauptsächlich DVDs ansehen möchte, ist aus Bautschs Sicht mit einem HD-ready-Beamer gut bedient, der mit einer geringeren Auflösung arbeitet. «Da bekommt man für 1000 bis 1500 Euro ein gutes Gerät.»

Auch zum Spielen lohnt sich die Anschaffung eines Full-HD-Beamers noch nicht, weil nur wenige Konsolenspiele die volle HD-Auflösung nutzen. Daher rät Jan-Keno Janssen Zockern zum preisgünstigeren HD-ready-Projektor. «Wer nicht im stockdunklen Zimmer spielen will, sollte allerdings einen Projektor mit einem Lichtstrom von mindestens 1500 Lumen nehmen.»

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