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AktuellesUmstrittene Ballerspiele: Mit Kind sprechen
am 13.03.2009 München (dpa/tmn) - Nach dem Amoklauf von Winnenden sind die sogenannten Killerspiele wieder in der Diskussion. Weil der 17-jährige Täter offenbar Fan von Ego-Shootern war, werden wieder Forderungen nach einem Verbot laut. Experten warnen aber vor Überreaktionen. Es gebe keinen direkten Zusammenhang zwischen virtueller und realer Gewalt, sagte Michael Gurt vom Institut für Medienpädagogik in Forschung und Praxis (JFF) in München. Damit ein Fan von Ballerspielen zum Amokläufer wird, müssten viele verschiedene Faktoren zusammenkommen. So kommt es dem Fachmann zufolge beispielsweise darauf an, ob der Jugendliche in der realen Welt ein intaktes soziales Umfeld hat, in dem er sich gut aufgehoben und akzeptiert fühlt. Wenn dieser Ausgleich zur virtuellen Welt fehlt oder wenn es andere empfindliche Störungen im Leben des Jugendlichen gibt, könnten Ballerspiele als Flucht aus der ungeliebten Realität dienen. «Die Spiele sind dann ein Symptom dafür, dass in der Realität etwas nicht in Ordnung ist», sagt Michael Gurt. Der Medienexperte hält es für wichtig, dass Eltern mit ihren Kindern über deren Medienkonsum sprechen. «Sie sollten wissen, welche Spiele sie spielen.« Gurt empfiehlt, einmal mitzuspielen und nach der Motivation zu forschen, die Kinder antreibt, einen Ego-Shooter zu spielen. Dabei komme schnell heraus, dass dabei oft nicht das Töten im Vordergrund stehe, sondern der Teamgedanke - nämlich mit anderen gemeinsam eine andere Mannschaft von Spielern zu besiegen. Ab wann der Konsum von Ballerspielen bedenklich wird, ist laut Gurt nicht klar abzugrenzen. Ein Indikator sei sicherlich die Altersfreigabe: Nur für Erwachsene freigegebene Titel sollten Minderjährige nicht spielen. Auch wenn sich Jugendliche ganz in die virtuelle Welt der Ballerspiele zurückziehen, sollten bei Eltern die Alarmglocken schrillen, so der Medienexperte. «Wenn sie das Gefühl haben, dass ihre Kinder einen ungesunden Medienkonsum pflegen, sollten sie Kontakt zu anderen Eltern oder Lehrern suchen.» Hilfe gebe es auch im Netz, bei verschiedenen Erziehungsberatungsportalen, darunter etwa www.spieleratgeber-nrw.de, www.spielbar.de und www.bke.de. Am Mittwoch (11.3.) hatte der 17-jährige Tim K. in Winnenden 15 Menschen und sich selbst erschossen. Links
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