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Jugend-Studie: Viel Gewalt im Internet

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Computermaus
Viele Jugendliche treffen im Internet auf Gewalt und Mobbing: Hier sind die Eltern gefragt. (Bild: dpa)

am 03.03.2009

Hannover (dpa) - Ob Prügelvideos, Ausschnitte aus Horrorfilmen oder Mitschnitte von Hinrichtungen - die Bandbreite an Gewaltdarstellungen im Internet ist vielfältig und unüberschaubar.

Erstmals hat sich nun eine Studie mit der Frage auseinandergesetzt, wie solche Darstellungen auf Jugendliche wirken. Für ihre Studie «Gewalt im Web 2.0» befragte die Stuttgarter Medienforscherin Petra Grimm 2007 rund 800 Jugendliche im Alter zwischen 12 und 19 Jahren. Grimm stellte ihre Ergebnisse auf der Jugendmedienschutztagung in Hannover (2. März 2009) vor.

Die Befragung habe ergeben, dass ein Viertel der Jugendlichen schon einmal Gewalt im Internet gesehen hat, sagte Grimm. Problematisch seien vor allem reale und realistische Gewaltdarstellungen, die mehr als 40 Prozent der Jugendlichen gesehen haben. Das könnten Mitschnitte von Schlägereien, Folter oder auch Hinrichtungen sein. Sie seien deshalb gefährlich, weil sie eine größere Wirkung auf Kinder und Jugendliche haben. «Nicht nur auf Jugendliche, selbst unsere Rechercheure brauchen oft psychologische Betreuung - man kann sich das einfach nicht stundenlang ansehen», ergänzte Friedemann Schindler, der Leiter der Internetseite «jugendschutz.net».

Noch gravierender stufte Grimm allerdings die Wirkung von Netzwerken wie StudiVZ oder MySpace ein. Durch die öffentlichen einsehbaren Profile würden die Nutzer angreifbar, sagte Grimm. Dabei handele es sich meist um Beschimpfungen, die auf Webseiten veröffentlicht würden und die das Opfer beleidigen und kränken sollten.

Nach den Ergebnissen der Studie hat rund ein Drittel der Schüler Erfahrungen mit solchen Angriffen. Von den Jugendlichen selbst wird es oft aber gar nicht als Mobbing gesehen. «Für den Außenstehenden wirkt es vielleicht wie Mobbing - ist aber lustig gemeint», sagte der 14-jährige Nils.

Mädchen würden daneben besonders oft auch sexuell belästigt. «Sie werden aufgefordert, vor der Webcam zu strippen oder bekommen eindeutige Angebote», sagt Petra Grimm. Die 17-jährige Lena und die 16-jährige Charlotte haben das schon öfter erlebt. «Angemacht wir man immer blöd», sagte Charlotte, «ich ignoriere es dann einfach.» Lena hatte durch eine Internet-Bekanntschaft sogar einmal unerwarteten Besuch: «Da stand plötzlich ein Typ vor der Tür, der mit mir in die Disco wollte, obwohl ich den gar nicht kannte.»

Die niedersächsische Sozialministerin Mechthild Ross-Luttmann möchte nun verstärkt die Eltern aktivieren. Über 80 Prozent der Jugendlichen sagten nämlich, dass die Eltern ihren Internet-Konsum nicht oder wenig kontrollieren würden. «Deshalb verstärken wir unsere Aufklärungsarbeit und erhöhen die Medienkompetenz auch von Eltern und pädagogischen Fachkräften», betonte die Politikerin. Das Projekt «Eltern-Medien-Trainer» biete Kurse für Eltern, die sich mit dem Thema auseinandersetzen.

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