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Bei Cloud Computing kommt die Software aus dem Netz

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Cloud Computing
Cloud Computing für Heimanwender: Auf der Seite «IWork.com» können Anwender Dokumente aus Apples Office-Paket an jedem beliebigen Rechner bearbeiten. (Bild: Apple/dpa/tmn)

am 02.03.2009 | Von Dirk Averesch, dpa

Hannover (dpa/tmn) - Die Festplatte im Rechner könnte schon bald zum Auslaufmodell werden. Denn inzwischen kommen viele Programme wie Googles Textverarbeitung Docs direkt über das Internet.

Eine Installation ist nicht mehr nötig, die Software läuft im Browser. Das sogenannte Cloud Computing ist auch Thema bei der diesjährigen Computermesse CeBIT in Hannover (3. bis 8. März). Denn in Krisenzeiten finden auch Unternehmen Gefallen an dem Gedanken, Programme nur noch bei Bedarf zu nutzen und zu bezahlen. Verbraucher profitieren von dem Trend, weil sie auf immer mehr Anwendungen unterwegs an jedem beliebigen Rechner zugreifen können.

Die Idee des Cloud Computings ist es, dass Programme und Dateien nicht mehr lokal gespeichert werden, sondern sich auf einer Vielzahl vernetzter Server oder Rechenzentren befinden - quasi in einer Netzwerk-Wolke. Von jedem beliebigen Browser aus können die Programme benutzt werden. Oft greifen die Anwendungen auf Technologien wie Java, Flash oder Virtualisierung zurück.

«Es wird über das Netz kommuniziert, und es werden große Datenmengen über das Netz verschoben», sagt Ernst Raue, Vorstand der Deutschen Messe AG, die die CeBIT veranstaltet. Erst die technischen Möglichkeiten des schnellen Internets und der Erfolg sozialer Netzwerke hätten das Cloud Computing möglich gemacht.

Auf der CeBIT zeigen Softwareunternehmen von Microsoft bis IBM entsprechende Umgebungen und Lösungen. Damit sollen Firmen Geld für Software-Lizenzen und eigene Infrastruktur sparen können - sie müssen Programme oder Serverkapazitäten künftig nur noch mieten. Das heißt in der Fachsprache dann «Application Service Prodiding» oder «Software as a Service». Webanwendungen waren bislang kein großes Thema auf der CeBIT. Mit dem diesjährige Messe-Motto «Webciety», was so viel wie Netzgesellschaft bedeutet, soll sich das ändern.

Microsoft hat im Vorfeld der CeBIT mehrere neue Online-Dienste für Unternehmen vorgestellt, darunter Share Point Online, mit dem Anwender gemeinsam arbeiten können, oder Office Live Meeting für Konferenzen. Jedes Modul kann für rund drei bis acht Euro pro Anwender und Monat gemietet werden. Das Unternehmen verspricht, dass bei der Nutzung im Browser keine Unterschiede zur fest installierten Software spürbar sind. «Es ist das gleiche Look and Feel. Die Geschwindigkeit ist gleich, und die Performance ist gleich», sagt Achim Berg, Vorsitzender der Geschäftsführung von Microsoft. Kunden rechneten durch die Nutzung der Online-Dienste mit Einsparungen von bis zu 30 Prozent.

Auch Privatnutzer kommen schon in den Genuss des Cloud Computings. Apple bietet beispielsweise seit Anfang des Jahres die Seite «IWork.com» an, auf der Anwender Dokumente aus Apples Office-Paket bearbeiten und teilen können. Wer seine Festplatte nicht mit einem mehrere 100 Megabyte großem Bildbearbeitungsprogramm belasten will und seine Fotos ohnehin bei einem Webdienst speichert, könnte sich für Sumo Paint interessieren. Die kostenlose Grafiksoftware aus Finnland läuft in einer Flash-Umgebung im Browser. Bei Pixlr, Picnik oder FotoFlexer handelt es sich um ähnliche Internet-Applikationen.

Aus Sicht der Anwender sprechen vor allem Sicherheitsbedenken gegen solche Lösungen. Eine Umfrage der US-Beraterfirma Avanade unter 500 IT-Verantwortlichen in 17 Ländern hat ergeben, dass 72 Prozent der befragten Firmen weltweit und 80 Prozent der befragten Firmen in Deutschland ihren bestehenden internen Systemen mehr trauen als Cloud-Lösungen. Allerdings sind die bestehenden Lösungen 25 Prozent der deutschen Firmen zu teuer. Die meisten Unternehmen wollen zunächst in bestehende Cloud-Systeme investieren. Insgesamt 71 Prozent halten das Konzept aber für eine echte Technologie-Chance.

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