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«Das Netz vergisst nie»: Vorsicht mit privaten Daten

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Genau überlegen, was man preisgibt: Nutzer sollten im Internet sparsam mit ihren persönlichen Daten umgehen. (Bild: dpa-infocom)

am 09.02.2009

Ludwigshafen/Düsseldorf (dpa/tmn) - Internetnutzer sollten grundsätzlich keine persönlichen Daten online stellen. «Das Netz vergisst nie», warnte Peter Widlok, Sprecher der Netz-Sicherheitsinitiative Klicksafe mit Sitz in Ludwigshafen.

Telefonnummern, Geburtsdaten oder Anschriften von Privatpersonen hätten im Internet nichts verloren. Das gelte auch für verfängliche Bilder und Videos. «Wenn es einmal im Netz ist, kann man nicht mehr kontrollieren, was damit passiert», sagte Widlok. Am Dienstag (10. Februar) findet in mehr als 40 Ländern zum sechsten Mal der Safer Internet Day (SID) statt.

Bilder und bestimmte persönliche Angaben können nach Angaben von Widlok nicht nur zu Nachteilen bei Bewerbungen führen, wenn Arbeitgeber das Internet nach Informationen zu Personen durchforsten. «Wir glauben, dass das Thema Cyber-Mobbing uns einholen wird», sagte der Experte, der auch Sprecher der Landesanstalt für Medien Nordrhein-Westfalen in Düsseldorf ist. Beispielsweise könne in sozialen Netzwerken jedes private Detail von anderen Mitgliedern für Beleidigungen und Belästigungen missbraucht werden.

«Die Anonymität des Internet kommt dem, der mobbt, noch zugute - das ist das Perfide», sagte Widlok. Das Problem sei in Deutschland zwar noch nicht so verbreitet wie beispielsweise in den USA oder Korea, wo sich über das Internet Gemobbte bereits das Leben genommen hätten. «Wir glauben aber, dass es eine große Dunkelziffer gibt.»

Um bereits Schüler für das Thema zu sensibilisieren, hat Klicksafe ein Unterrichtsmodul entwickelt, das übergreifende Werte und Respekt im Netz vermitteln soll. «Medienkompetenz ist das Beste, um dagegen vorzugehen», sagte Widlok. Grundsätzlich gelte aber: «Am Ende des Tages findet man nur dann etwas über jemanden heraus, wenn er irgendwo ein Profil angelegt hat oder eine Homepage mit persönlichen Daten betreibt.» Nur innerhalb geschlossener Gruppen, auf die Fremde keinen Zugriff haben, dürfe ausnahmsweise Persönliches preisgegeben werden. «Hier ist die Gefahr von Missbrauch nicht ganz so groß», sagte Widlok.

Wer im Internet an den Pranger gestellt oder gemobbt wird, sollte nicht untätig bleiben. «Man kann das nicht auf sich sitzen lassen», sagte Widlok. Bei vielen sozialen Netzwerken können Mitglieder, die sich nicht angemessen verhalten, gemeldet werden. Betroffene sollten auf Attacken nicht antworten, aber die Nachrichten, Bilder, Videos oder Chat-Protokolle für den Fall sichern, dass ein Gang zur Polizei unumgänglich wird.

Werden Menschen auf Internet-Seiten diffamiert, sollten sie sich zunächst an die für den Seitenbetreiber zuständige Landesmedienanstalt wenden, rät Widlok. Viele Anstalten hätten bereits Online-Beschwerdeformulare eingerichtet. «Unsere Erfahrung ist, dass das in Deutschland unheimlich gut funktioniert, weil man an die Betreiber herankommt.» Schwieriger werde es, wenn sich der Seitenbetreiber weigert, Daten zu löschen oder im Ausland sitzt, sagte Widlok. «Leider heißt das im Einzelfall, dass man sich einen Anwalt nehmen muss.»

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