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Ohr zur Welt: Webradios empfangen Tausende Sender

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Webradio
Kleines Gerät, großer Empfang - Webradios empfangen Sender aus dem Internet per WLAN zum Beispiel auch in der Küche. (Bild: Terratec/dpa/tmn)

am 05.02.2009 | Von Sven Appel, dpa

Berlin (dpa/tmn) - Auspacken, anschließen und genießen - so einfach sollte ein Radio in Betrieb zu nehmen sein. Erst recht, wenn so ein Gerät 150 Euro und mehr kostet, was für viele der sogenannten Webradios gilt.

Das sind Radios mit Internetanschluss, die in der Lage sind, Tausende Sender aus aller Welt ins traute Heim zu bringen. Oma sollte man ein solches Ding dennoch nicht schenken und sie damit dann alleine lassen.

«Wenn es läuft, ist es spannend», sagt Michael Wolf von der Stiftung Warentest in Berlin. Voraussetzung für die Nutzung eines Webradios ist ein DSL-Anschluss. Die meisten dieser Geräte bieten zwar auch UKW-Empfang - dann kann man sich jedoch viel Geld sparen und ein herkömmliches Küchenradio für 20 Euro kaufen. Die Küche, das Arbeitszimmer oder der Hobbykeller - für diese Räume ist das Gros der Webradios gedacht.

Nun werden die meisten Leute keinen DSL-Anschluss neben dem Kühlschrank oder unter der Werkbank haben, so dass eine Verbindung nur über WLAN infrage kommt, auch wenn die meisten Webradios zusätzlich einen Ethernet-Anschluss fürs Netzwerkkabel besitzen. Und ein sicheres WLAN zu installieren, ist eben nicht jedermanns Sache. Im Zweifelsfall müssten also die Enkel Omas Webradio ins drahtlose Netzwerk einbinden und in Betrieb nehmen. Die Geräte sind Wolf zufolge daher vor allem etwas für Technik-Begeisterte.

Webradios gibt es von einer ganzen Reihe von Herstellern. Zu den namhaftesten Vertretern gehören Philips, Logitech, Terratec und Tivoli. Terratec mit Sitz in Nettetal bei Aachen nennt seine Webradio-Serie Noxon. Vier Modelle gibt es mittlerweile - das aktuellste ist das Noxon iRadio Cube für 199 Euro. Mehr als 11 000 Internet-Radiostationen, so der Hersteller, lassen sich damit hören. Dabei handelt es sich keinesfalls nur um exotische Programme, sondern unter anderem um unzählige deutsche Lokalsender.

Zwar lassen sich viele Webradios wie das Noxon auch mit der Hifi-Anlage verbinden, um die Sendungen dann über die großen Boxen wiederzugeben. Da die kleinen Dinger aber eigentlich nicht fürs Wohnzimmer gedacht sind, sollte man vor dem Kauf den Sound der eingebauten Lautsprecher prüfen, der sehr unterschiedlich sein kann.

Vergleichsweise guten Klang bescheinigte die «Computer Bild» in einem Test der Squeezebox Boom von Logitech. Pluspunkte gab es auch dafür, wenn viele Audio-Formate unterstützt wurden - was auf die 280 Euro teure Squeezebox Boom zutrifft.

Da es nicht einfach ist, aus den Tausenden Sendern, die so ein Webradio empfangen kann, jene herauszufinden, die den Geschmack des Hörers treffen, ist eine gute Suchfunktion unabdingbar. Hier gehört der Noxon iRadio Cube sicherlich zu den besseren Geräten. Ein Plus für seine Suchfunktion erhielt auch das Networks FM Stereo Speaker Set von Tivoli. Dabei handelt es sich um ein Box mit eingebautem Webradio, das mit zweiter Box für den Stereobetrieb 800 Euro kostet.

Was die Netzwerktauglichkeit von Hifi-Anlagen und Radios angeht, so gehört Philips unter den großen Markenherstellern zu den Pionieren: Der 229 Euro teure NP2900/12 beispielsweise ist ein Netzwerkplayer mit integrierten Lautsprechern, der Musik sowohl aus dem Internet als auch vom heimischen PC holt und wiedergibt.

Auspacken, anschließen und genießen - das funktioniert bei den Webradios nur mit Einschränkungen. Hinzu kommt, dass die hochwertigen Modelle doch ein wenig zu teuer sind. Und Webradios zu Preisen deutlich unter 100 Euro kommen in Tests meist schlecht weg.

Infos

Internet-Radio im Wohnzimmer Wer auf seiner Wohnzimmercouch sitzen und Internet-Radio hören will, muss sich weder eines der kleinen Webradios anschaffen noch muss er den PC anschmeißen. Mittlerweile gibt es auch kompakte Hifi-Anlagen mit Netzwerkanschluss (Philips). Sogar allein stehende Verstärker für hochwertige Anlagen sind mit Ethernet und WLAN erhältlich (Denon, Onkyo, Yamaha). Hier liegen die Preise jedoch deutlich über der 1000-Euro-Grenze.
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