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Dienstleister-Verlage: Buchdruck für Jedermann

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Buchdruck für Jedermann
Frisch aus der Maschine: Der Digitaldruck macht die Produktion von Büchern in geringer Auflage beziehungsweise auf Bestellung möglich. (Bild: Books on Demand/dpa/tmn)

am 29.12.2008 | Von Berti Kolbow, dpa

Hannover/Norderstedt (dpa/tmn) - Ob Roman oder Sachbuch - wer etwas zwischen zwei Buchdeckeln mitteilen möchte, hat es heute leicht: Spezielle Dienstleister-Verlage gewähren prinzipiell jedem Autoren Zugang zum Büchermarkt.

Gedruckt wird immer erst dann, wenn ein Kunde ein Exemplar bestellt. «Book on Demand» heißt dieses Konzept ohne Bestseller-Garantie. «Dank des günstigen Digitaldruckverfahrens rechnet sich prinzipiell bereits die Herstellung nur eines Exemplars», erklärt Tim Gerber von der in Hannover erscheinenden Zeitschrift «c't». Zudem fallen keine Lagerkosten an, und kein Kapital wird unnötig an auf Halde liegenden Büchern gebunden.

Der nach eigenen Angaben hierzulande größte Anbieter ist BoD mit Sitz in Norderstedt bei Hamburg, der zum Buchhändler Libri gehört. Verschiedene Tarife stehen zur Auswahl: Bei der «Classic»-Variante zahlen Autoren je Titel einmalig 39 Euro dafür, dass ihr Werk mit einer eigenen ISBN im Buchhandel verfügbar ist. Für das Vorhalten der Druckdaten kommen monatlich zwei Euro hinzu. Titelgestaltung, Satz, Einbandauswahl und weiteres erledigen die Autoren per Online-Zugang auf der BoD-Seite selbst. Mit Hilfe eines Preisrechners entscheiden sie, was ihr Buch kosten soll.

Für professionellere Ansprüche ist der «Comfort»-Tarif gedacht. Er kostet 399 Euro pro Werk und umfasst zusätzliche Beratung durch einen Autorenbetreuer. Optional kümmern sich BoD-Mitarbeiter um Layout, Lektorat oder Werbeaktionen. Dafür werden jedoch bis zu mehrere Tausend Euro veranschlagt, die der Autor selbst zahlen muss. Das Niveau der Werke spielt keine Rolle. «Wir filtern grundsätzlich nicht nach Qualität der Inhalte», erklärt BoD-Sprecherin Friederike Künzel.

Weitere Anbieter, bei denen Autoren in Eigenregie publizieren können, sind Lulu, Shaker Media, Printyourbook oder der Dienst Ruckzuckbuch. Einige Anbieter sind dem Anschein nach zuverlässiger als andere. Und darauf, dass sie ihre eigenen Urheberrechte nicht aus der Hand geben, sollten Autoren ebenfalls achten. Eine Orientierung bieten Erfahrungsberichte auf der Seite «wege-zum-buch.de».

Ein Vergleich lohne sich, sagt Manfred Plinke aus Berlin, von dem das an Autoren und Selbstverleger gerichtete Ratgeberbuch «Mini-Verlag» stammt. «Kosten und Serviceumfang unterscheiden sich zum Teil stark», erklärt der Kleinverleger aus Berlin. Er empfiehlt zudem, zu Internet-Dienstleistern auch Digitaldruckereien in den Vergleich einzubeziehen. Auch sie böten Leistungen wie eine ISBN an.

Doch ohne zusätzliche Mühe besteht für ehrgeizige Autoren auch beim Book-on-Demand-Konzept kaum Aussicht auf Erfolg. «Viele Autoren vernachlässigen, dass die Vermarktung ebenfalls an ihnen hängen bleibt», gibt Plinke zu bedenken. Auch Ansehen in der Autoren-Szene garantiert ein in Eigenregie publiziertes Werk nicht. So verweigert der Verband deutscher Schriftsteller (VdS), ein Bestandteil der Gewerkschaft ver.di, Autoren die Vollmitgliedschaft, die bislang noch nicht bei einem klassischen Verlag publiziert haben. Seit Jüngerem erhalten Autoren, die ihr Potenzial belegen, zumindest einen vorläufigen Kandidatenstatus und dürfen etwa an Sitzungen teilnehmen.

Literatur: Manfred Plinke: Mini-Verlag, Autorenhaus, ISBN 3-932909-27-5, 19,90 Euro.

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