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BerichteSuchmaschinen buhlen mit Innovationen um Nutzer
![]() Alles im Fluss: Die großen Anbieter Google, Yahoo! und Microsoft machen sich Gedanken über die Zukunft der Internet-Suche. (Bild: dpa) am 19.12.2008 | Von Renate Grimming, dpa Hamburg (dpa) - Das Internet ohne Suchmaschinen wäre wie ein Straßennetz ohne Landkarten und Straßenschilder. Dass traditionelle Suchmöglichkeiten mit endlosen Ergebnislisten den Nutzer eher zermürben, darin sind sich die großen Betreiber von Suchmaschinen einig. Daher werden derzeit Millionenbeträge investiert, um die Internet-Suche auf eine neue Stufe zu heben. Google, Yahoo! und Microsoft erproben intensiv Konzepte, mit deren Hilfe die Suche im Netz zu einer neuen Erfahrung werden soll. Ein Schwerpunkt der Konzerne: die Suche über Texteinträge hinaus auszuweiten. Modernen Technologien erfassen mittlerweile auch Videos, grafisch gestaltete Seiten oder Fotos. Vor rund anderthalb Jahren startete Marktführer Google sein Projekt Universal Search als ersten wichtigen Schritt. Ein Nutzer, der etwa nach Darth Vader aus «Star Wars» sucht, sei vermutlich kaum an Textseiten interessiert, auf denen lediglich der Name erwähnt wird, sagt Google-Managerin Marissa Mayer. Wahrscheinlich sei er auch an Filmausschnitten, Bildern und Nachrichten rund um Regisseur und Schauspieler interessiert. Universal Search soll über die einfache Suche neben Textseiten auch Bilder, Videos, Bücher und Stadtpläne anzeigen. Die Inhalte aus den verschiedenen Informations-Bereichen werden nach und nach in die normalen Trefferlisten integriert, erläutert Google-Deutschland-Sprecher Kai Oberbeck. «Wir können den Schalter nicht einfach umlegen, das ist ein sukzessiver Prozess.» Yahoo! testet derzeit unter dem Namen «Glue» ebenfalls zahlreiche Möglichkeiten, die richtigen Antworten auf die Fragen der Nutzer zu finden. So werden zum Beispiel bei der Suche nach Britney Spears die Ergebnisse auf der ersten Trefferseite in einer attraktiven Darstellungsform zusammen mit Bildern, Videos, Nachrichten, Konzertinfos, Hintergründen und Musikangeboten arrangiert. Der Dienst (http://glue.yahoo.com) wurde zunächst auf der indischen Yahoo!-Homepage getestet. Komplett für das deutschprachige Portal werde er vermutlich nicht übernommen, sagte Yahoo-Deutschland-Sprecherin Judith Sterl. Von ersten Elementen der neuen Entwicklungen sollen aber auch die Nutzer hierzulande vom ersten Quartal 2009 an profitieren. Weitere Technologien sollen zudem die präzise Suche vereinfachen. Die bei Nutzern so beliebte Ein-Wort-Suche ergänzt zum Beispiel ein Suchassistent und bietet Vorschläge für die genauere Eingrenzung - und demzufolge passendere Treffer. Relevante Seiten sollen künftig auch dadurch besser gefunden werden, dass Website-Betreiber über die offene Plattform SearchMonkey (http://developer.yahoo.com/searchmonkey) Informationen inklusive Bilder hinterlegen. Begleitet von großem Medienrummel ging im Sommer die Suchmaschine Cuil (gesprochen wie das englische Wort cool) an den Start (http://www.cuil.com). Die Entwicklung von ehemaligen Google-Mitarbeitern sollte mit 120 Milliarden Web-Seiten nicht nur auf einen noch größeren Index zugreifen als Google, sondern auch die Treffer nach semantischen Bedeutungsfeldern sortieren. Bei der Suche etwa nach dem Wort Paris solle das Ergebnis zum Beispiel Treffer sowohl für die französische Hauptstadt als auch für Paris Hilton unterscheiden können. «Die Online-Suche steckt noch in den Kinderschuhen, und es gibt eine große Menge an Möglichkeiten, sie weit über die zehn blauen Links hinauszuführen, die man heute kennt», sagt Microsoft-Chef Steve Ballmer. Einen Schwerpunkt setzt der Softwarekonzern derzeit auf die Erforschung, wie man den Nutzern lokal relevante Ergebnisse liefern kann. Wer in München ist und das Suchwort Schuhe eingibt, will vermutlich keinen Wikipedia-Eintrag lesen oder Schuhmärkte in Mainz ausfindig machen. Erst kürzlich kündigte das Unternehmen ein Forschungszentrum mit Sitz unter anderem in München an. Insgesamt fast zwei Milliarden Dollar an Forschungsgeldern hatte Mirosoft zuletzt allein für den europäischen Suchmarkt investiert.
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