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Erklär mir die Welt: Nachrichtenportale für Kinder

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Nachrichtenportale für Kinder
Komplizierte Themen, einfach dargestellt: Portale wie news4kids.de wollen bei jungen Netz-Surfern für Durchblick sorgen. (Bild: Schierenbeck/dpa/tmn)

am 17.11.2008 | Von Stefanie Hiekmann, dpa

Berlin/Mainz (dpa/tmn) - Wie ist die Präsidentschaftswahl in den USA verlaufen? Warum zittern die Erwachsenen vor der Finanzkrise, und wie ist sie entstanden? Verständliche Antworten auf solche Fragen finden Kinder auf einer Reihe von Nachrichtenportalen.

Dort es sind nicht nur die großen, komplizierten Themen, um die es dort geht: Der Spaß soll ebenfalls nicht zu kurz kommen. Deshalb erfahren Jungen und Mädchen auf den Seiten etwa auch, was Eisbär Knut mittlerweile in seinem Gehege so treibt.

Im Fernsehen ist «logo!» - die Kindernachrichtensendung des ZDF - etabliert. Dort werden Neuigkeiten so erklärt, dass auch Jungs und Mädchen sie verstehen. Dieses Ziel verfolgen die Portale ebenfalls - mit positivem Nebeneffekt: «Gut gemachte Nachrichtenangebote für Kinder eignen sich, um sie an das Medium Internet heranzuführen», sagt Jutta Croll von der Stiftung Digitale Chancen in Berlin. Kinder, die schon lesen können, würden mit Hilfe der Seiten lernen, sich «alltagsrelevante Informationen» aus dem Internet zu erschließen.

Hinter den Portalen können Fernsehsender und Hochschulinitiativen ebenso stehen wie Privatpersonen. Die Seite «news4kids.de - erreichbar auch unter «nachrichtenfuerkinder.de - zum Beispiel haben Studenten der Freien Universität Berlin aufgebaut. Kinder finden darauf kurze, gut verständliche Texte aus den Kategorien «Politik», «Menschen», «Tiere», «Vermischtes» und «Wetter». Sie können aber auch auf einer Weltkugel einen Kontinent anklicken und erhalten dann Berichte aus den entsprechenden Ländern.

Einen festen Rhythmus, in dem die Macher jeweils neue Texte online stellen, gibt es nicht. Meist werden die Bereiche einmal pro Woche um eine bis fünf Nachrichten ergänzt. Unter allen Artikeln lässt sich ein Formular öffnen, in dem die Leser ihre Meinung schreiben können - was rege genutzt wird: Zu Berichten über die Bankenkrise haben 8- bis 15-Jährige ebenso Kommentare hinterlassen wie zu Knut. In einem gesonderten Teil von News4Kids können die jungen Nutzer selbst Artikel veröffentlichen - nach redaktioneller Prüfung.

Die Möglichkeit zum Mitmachen besteht auch auf anderen Seiten, die ähnlich aufgebaut sind. Dazu zählt der Auftritt von «logo!» unter der etwas komplizierten Adresse «tivi.de/fernsehen/logo/start/index.html». Dort gibt es zum Beispiel Foren oder moderierte Chats zu den Themen der Nachrichten. Das gilt auch für «sowieso.de», einer von zwei Journalistinnen aus Berlin betreuten Seite. Unterschieden wird dort zwischen dem Geschehen in Deutschland und Nachrichten aus aller Welt. Hinter der Rubrik «Halbzeit» verbergen sich Sport-Nachrichten.

«Sowieso.de» und auch «news4kids.de» sind Angebote, auf die unter «seitenstark.de» verlinkt wird. Dahinter steht die Arbeitsgemeinschaft Vernetzter Kinderseiten in Bonn. Nach Worten von deren Sprecher Gerhard Seiler hat ein gutes Nachrichtenportal für Jungen und Mädchen auf jeden Fall interaktive Elemente: «Wenn Kinder selbst aktiv werden können, findet eine intensive Auseinandersetzung mit den Inhalten und Themen des Mediums statt.»

Eltern, die nach einer verlässlichen Online-Nachrichtenquelle für ihren Nachwuchs suchen, rät Seiler zu Angeboten, die frei von Werbung sind. Denn Kinder könnten Reklame oft nicht von anderen Informationen unterscheiden. Hat das Portal einen Chat, sollte er moderiert sein. Nach empfehlenswerten Seiten lässt sich auch unter «blinde-kuh.de» und «milkmoon».de stöbern - zwei Kinder-Suchmaschinen. Auch ihre Betreiber sind in der Arbeitsgemeinschaft vertreten. Das gilt auch für die Initiative «Schulen ans Netz» und ihre Datenbank «websitesfuerkinder.de».

Bei «sowieso.de» gibt es wenige Bilder - beim «logo!»-Portal dagegen umso mehr, darunter die «Bilder der Woche». Dahinter können sich Orang-Utan-Babys ebenso verbergen wie Impressionen von einem Markt in China. «Das Online-Angebot orientiert sich an den Berichten der TV-Sendungen, führt Themen aber noch gründlicher aus, die aufgrund der Zeitbegrenzung keinen Platz gefunden haben», erläutert Jochen Spieß, stellvertretender verantwortlicher Redakteur.

Die Macher von «helles-koepfchen.de», eine Firma aus Mainz, nennen ihre Seite zwar «Suchmaschine für Kinder und Jugendliche». Sie bieten aber auch eine Rubrik mit Nachrichten an. Diese sind kurz gehalten, für mehr Infos gibt es Buttons oder Links. Gerade letzteres findet Jutta Croll von der Stiftung Digitale Chancen wichtig: «Die Kinder lernen so, wie sie komplexe Themen mit Hilfe verschiedener Quellen erschließen.»

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