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Codename Nehalem: Was Intels neuer Quadcore kann

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Intel
Nüchterner Anblick: Von außen unterscheidet sich der i7 kaum von anderen Prozessoren. Allerdings ist das Gehäuse vergleichsweise groß. (Bild: Intel/dpa/tmn)

am 14.11.2008 | Von Sven Appel, dpa

Hamburg/München (dpa/tmn) - Er heißt Core i7 und kommt mit Vorschusslorbeeren auf den Markt. Die Rede ist von Intels neuestem Vierkern-Prozessor, entwickelt unter dem Codenamen Nehalem.

Es ist Intels erster Quadcore mit vier einzelnen Prozessorkernen - die seit November 2006 erhältlichen Core 2 Quads arbeiten dagegen mit zwei Dualcore-Chips. Die «Computer Bild» hat den Chip bereits getestet. Demnach ist das Spitzenmodell Core i7-965 mit 3,2 Gigahertz (GHz) Taktfrequenz «der mit Abstand schnellste Prozessor», den das Magazin je gemessen hat.

Neben dem i7-965 bringt Intel zwei weitere Versionen auf den Markt: den i7-940 mit 2,93 GHz sowie den i7-920 mit 2,66 GHz. Selbst diese beiden Prozessoren arbeiten deutlich flotter als das bisherige Spitzenmodell Intel Core 2 Extreme QX9770. Am Tempozuwachs dürften die vier einzelnen Prozessorkerne ihren Anteil haben, die nun einzeln auf den Cache genannten Zwischenspeicher zugreifen können. Außerdem hat Intel seine Hyperthreading genannte Technologie überarbeitet. Dadurch kann der Prozessor noch mehr Aufgaben gleichzeitig erledigen.

Dass jetzt vier einzelne Kerne statt zwei Duals verwendet werden, sei aber gar nicht entscheidend, sagt Intel-Sprecher Martin Strobel in München. Er führt dagegen zum Beispiel den neuen Memory-Controller an, der direkt im Prozessorgehäuse steckt und die Datenverbindung zwischen Chip und Arbeitsspeicher beschleunigt. Den sogenannten Frontsidebus (FSB), der bei bisherigen Prozessoren für die Verbindung zwischen Prozessor und dem Rest des Rechners sorgte, gibt es bei i7 nicht mehr. Stattdessen wird eine Punkt-zu-Punkt-Verbindung namens QuickPath Interconnect verwendet. Diese Technologie sei etwa mit der Grafikkartenschnittstelle PCIexpress zu vergleichen, erklärt Strobel.

Hinzu kommt, dass der i7 nicht wie sein Vorgänger auf 65-Nanometer-, sondern auf 45-Nanometer-Basis gefertigt wird. Auf der gleichen Fläche können dadurch mehr Transistoren untergebracht werden, die Leistungsfähigkeit wird dadurch erhöht. Die neuartige Prozessor-Architektur verlangt auch nach einer neuen Hauptplatine - es ist also nicht möglich, einen alten Rechner nur mit dem neuen Chip aufzurüsten. Es wird eine entsprechende Hauptplatine, das sogenannte Mainboard, mit einem passenden i7-Steckplatz benötigt. Entsprechende Mainboards werden in den kommenden Wochen auf den Markt kommen.

Natürlich hat die neue Technologie ihren Preis: Das Spitzenmodell dürfte etwas mehr als 1000 Euro kosten. Der 940er schlägt wohl mit rund 700 Euro und der 920 mit rund 350 Euro zu Buche. Letzteren gibt es laut Andreas Brohme, Chipexperte bei der «Computer Bild», im Komplettrechner ab rund 1100 Euro - «das ist dann auch wieder nicht so wahnsinnig viel.»

Für wen lohnt sich diese Investition? «Der i7 ist nicht unbedingt für Leute gedacht, die ausschließlich ins Internet gehen und ein paar Büroanwendungen nutzen», sagt Martin Strobel von Intel. «Für Office braucht man das nicht», sagt auch Brohme. «Es sei denn, man arbeitet mit gigantischen Excel-Tabellen.» Auch die Audiobearbeitung erledige der i7 nicht schneller als das bisherige Intel-Flaggschiff.

Deutlich mehr Tempo legen dafür Video- und Bildbearbeitung unter dem i7 an den Tag. Und auch Spieler profitieren laut Brohme in vielen Fällen. Das gilt Intel zufolge zum Beispiel für Titel wie «Assassin's Creed» und «Far Cry 2». Beides sind grafisch aufwendige Titel.

Quadcore-Prozessoren für den Desktop-PC gibt es auch von Intels Konkurrenten AMD. Dabei sei der Phenom X4 deutlich günstiger als die Quadcores von Intel, betont AMD-Sprecher Michael Schmid. Allerdings kann der noch in 65-Nanometer-Technologie hergestellte Chip laut Andreas Brohme nicht mithalten - AMD sei im Moment abgeschlagen.

Doch bis AMD ein entsprechendes Konkurrenzprodukt herausbringt, wird es wohl nicht mehr lange dauern: Gerade erst hat AMD einen Quadcore auf 45-Nanometer-Basis für Server präsentiert. Und auf den Serverchip folgt bei AMD in der Regel auch ein Desktop-Produkt.

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