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Kleines Grafikkarten-ABC: Der Chip macht den Takt

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AMD
Da steckt viel drin: Grafikkarten sind High-Tech. Sich vor dem Kauf etwas schlauzumachen, ist deshalb empfehlenswert. (Bild: AMD/dpa/tmn)

am 12.11.2008 | Von Berti Kolbow, dpa

München/Ratingen (dpa/tmn) - Erst eine leistungsfähige Grafikkarte macht 3D-Spiele oder die Videobearbeitung am Computer so richtig flüssig. Bei der Produktauswahl sehen sich Kaufinteressierte mit allerlei Herstellerangaben konfrontiert.

Diese sind oft hilfreich, manchmal aber auch überflüssig und in den meisten Fällen erklärungsbedürftig sind. Wichtig sind zum Beispiel die Angaben zum Grafikprozessor, der auch GPU - Graphics Processing Unit - genannt wird. «Damit ist er das Herz einer Grafikkarte», erklärt Christian Wefers vom Hardware-Hersteller Asus mit Deutschlandsitz in Ratingen. Mit Abstand am häufigsten werden auf Grafikkarten Chips von Nvidia oder von ATI eingesetzt. Deren Produktpalette ändert sich alle paar Monate. An einer Beratung oder an Eigenrecherche führt daher kein Weg vorbei. Ein wenig Orientierung gibt die Zahl der Shader genannten GPU-Recheneinheiten - je höher, desto besser.

Nicht nur der PC, auch die Grafikkarte verfügt über speziell auf sie abgestimmten Arbeitsspeicher: Gängig ist der Standard GDDR3. Der Vorläufer mit der Endung «2» leistet deutlich weniger. «Die Unterschiede sind erheblich», sagt Michael Strohmeyer vom Internetversand Home of Hardware in Westendorf (Bayern). Er empfiehlt eine Speichergröße von mindestens 512 Megabyte (MB) für aktuelle Spiele - sonst verderben schlimmstenfalls Bildruckler den Spaß. Mehr Speicher sei nur bei sehr hohen Auflösungen nötig, so Christian Helmiss von der in München erscheinenden Zeitschrift «PC Welt».

Ein schneller Speichertakt mit 2 Gigahertz (Ghz) und höher beschleunigt die Karte, so Christian Wefers. Wichtig ist auch die Größe des Speicherinterface. Sie gibt Aufschluss darüber, wie schnell der Datenaustausch zwischen Grafikprozessor und Speicher ist. Unter einem Wert von 256 Bit droht Experte Helmiss zufolge ein Flaschenhals und damit ruckelnde Bilder.

DVI (Digital Visual Interface) ist die gängigste Anschlussart, um Grafikkarten mit Monitoren zu verbinden. Ältere Bildschirme verwenden noch den analogen Standard VGA. Für Auflösungen ab 1600 mal 1200 Pixel wird HDMI (High Definition Multimedia Interface) benötigt. PCIe (Peripheral Component Interconnect Express) ist der aktuelle Steckplatz-Standard für 3D-Grafikkarten auf PC-Hauptplatinen. Der ältere AGP-Steckplatz sei mittlerweile abgelöst, so Wefers.

Die Zahl der FLOPS (Floating Point Operations Per Second) gibt an, wie viele Rechenoperationen der Grafikchip pro Sekunde leisten kann. Das heben die Hersteller gerne hervor. Da auch die übrige PC-Ausstattung das Ergebnis beeinflusst, sollte der Wert für Anwender bei der Produktauswahl aber keine Rolle spielen, sagt Helmiss.

Ebenfalls nur von theoretischer Bedeutung sei die Speicherbandbreite, die in Gigabyte (GB) die vom Grafikspeicher gleichzeitig bearbeitbare Datenmenge misst. In der Praxis könne der Wert je nach Computersystem aber abweichen, so Helmiss.

Für die Darstellung von Spielen ist die Softwareschnittstelle DirectX wichtig. Jede neue Version ermöglicht neue Effekte. Werben Grafik-Karten-Hersteller zum Beispiel mit der Unterstützung der jüngsten Version 10, ist das nur für Nutzer von Windows Vista interessant. Bei anderen Betriebssystemen werde nur DirectX 9 verwendet, erklärt Helmiss.

Begeisterte Computerspieler erhöhen die Grafikleistung ihres Rechners, indem sie mittels sogenannter Multi-GPU-Technik mehrere Karten miteinander verbinden. SLI (Scalable Link Interface) heißt die Variante von Nvidia, Crossfire die von ATI. Aufgrund des höheren Rechenaufwands bringen zwei verbundene Karten aber nicht exakt die doppelte Leistung, erklärt Christian Wefers von Asus.

Für Cineasten könnten Grafikkarten mit spezieller Video-Engine interessant sein. Dann entlastet der Grafikchip den Hauptprozessor des PCs beim Decodieren von Filmmaterial in den gängigen Videoformaten. PureVideo heißt die Technik bei Nvidia, Unified Video Decoder (UVD) bei ATI.

Strom sparen können Anwender mit der sogenannten HybridPower-Technologie, die bislang nur mit Nvdia-Produkten funktioniert. Fallen Büroarbeiten an, wird dabei der auf der Hauptplatine verbaute Grafikchip eingesetzt und die energiehungrige 3D-Karte einfach abgeschaltet.

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