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Alles auf einen Klick: Die US-Wahl im Internet

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Internet-Tipps zur US-Wahl
Blau für Obama, Rot für McCain: Im Internet wie hier bei CNN können Nutzer selbst vorhersagen, wie die Wahlen in den USA ausgehen. (Bild: CNN/dpa/tmn)

am 20.10.2008 | Von Christian Röwekamp, dpa

Berlin/Stuttgart (dpa/tmn) - Ein Mausklick, und Barack Obama ist US-Präsident - oder noch einer, und der Sieger ist John McCain. Im Netz ist es einfach, den Ausgang der Wahl in den USA am 4. November zu entscheiden.

«Electoral Vote Tracker» heißt das Tool, das viele Medien anbieten, etwa die «New York Times» (www.nytimes.com), die «Los Angeles Times» (www.latimes.com), «USA Today» (www.usatoday.com) sowie die TV-Sender CNN (www.cnn.com) und CBS (www.cbsnews.com). Die Nutzer können vorhersagen, in welchen US-Staaten die Mehrheit wohl für Obama und in welchen sie für McCain abstimmen wird.

Auf den Seiten der US-Leitmedien landet schnell, wer sich über die wichtigste Wahl des Jahres informieren möchten. Es gibt zwar auch viele andere Angebote mit Hintergründen, Prognosen und Kommentaren - etwa aus Deutschland. Christoph Bieber, Politikforscher an der Uni Gießen und Vorstandsmitglied der Initiative «Politik-digital» aus Berlin, ist von der Bandbreite hierzulande aber etwas enttäuscht.

Wer sich unabhängig von klassischen Medien und Parteien informieren will, dem rät Bieber etwa zu den US-Seiten www.realclearpolitics.com und www.politico.com. Spannend sei auch www.election.twitter.com. Dort kann jeder seine Meinung zur US-Wahl äußern, maximal aber in 140 Anschlägen - «Mikro Blogging», lautet das Stichwort. «Das ist wie eine SMS an ganz viele Leser», sagt Bieber.

Für den Wissenschaftler bringt die US-Wahl «eine neue Qualität» der politischen Nutzung des Web mit sich. Das liege nicht nur daran, dass die US-Medien online breiter berichten als bisher, sondern auch daran, dass es insgesamt viel mehr Inhalte gibt, etwa Liveblogs während der Debatten der Kandidaten und Online-Kommentare danach.

Eine der umfangreichsten deutschen Seiten ist www.uswahl2008.de, ein Blog des «Handelsblatt»-Journalisten Georg Watzlawek. «Großes Besucherinteresse gab es schon während der Vorwahlen in den USA im Februar und März.» Im Schnitt hatte Watzlawek zuletzt pro Tag aber nur 900 Besucher. Der Redakteur macht außerdem die Erfahrung, dass es in Deutschland nur wenige Reaktionen von Lesern gibt.

Auch die Landeszentrale für politische Bildung Baden-Württemberg in Stuttgart liefert online Basisinformationen zur Wahl in den USA. Unter www.lpb-bw.de/uswahl/index.php gibt es umfangreiches Material. «Unsere Aufgabe ist es, PR für die Demokratie zu machen - nicht nur bei Wahlen in Deutschland», sagt Online-Redakteur Wolfgang Herterich. Besucher erfahren etwa, wie das US-Wahlsystem funktioniert. Eine Linksammlung führt unter anderem zu den TV-Duellen der Kandidaten.

Wer noch mehr über McCain und Obama wissen möchte, kann auch ihre eigenen Seiten und die ihrer Parteien ansurfen: www.johnmccain.com, www.rnc.org, www.barackobama.com und www.democrats.org. Dort steht aber natürlich die Werbung für Person und Programm im Vordergrund.

Am 5. November werden die Internetnutzer wissen, ob sie mit ihren Einschätzungen im «Electoral Vote Tracker» richtig lagen. Bieber rechnet damit, dass im Fall eines Obama-Sieges mit Hilfe das Netzes ein neuer Politikstil möglich werden könnte: «Die Idee ist sehr interessant, dass Entscheidungen nicht nur zusammen mit drei Beratern getroffen werden, sondern auf mehr Schultern verteilt werden könnten.» Und Watzlawek denkt schon - je nach Sieger - über einen «Obama-Blog» oder «McCain-Blog» nach, den er dann vielleicht anlegt.

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