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BerichteViel Alu, mehr Grafik: Apple überarbeitet Notebooks
![]() Apple spendiert dem Spitzenmodell MacBook Pro eine zweite Grafikkarte, die insbesondere 3D-Grafiken beschleunigt. (Bild: Apple) am 15.10.2008 | Von Christoph Dernbach, dpa Cupertino (dpa) Schnellere Grafik, aktuelle Intel-Prozessoren und ein völlig neuartiges Aluminiumgehäuse: Das sind die Höhepunkte der komplett überarbeiteten Notebook-Palette von Apple, die Firmenchef Steve Jobs im kalifornischen Cupertino präsentiert hat. Gleichzeitig senkte Apple am Dienstag (Ortszeit, 14.10.) die Preise für seine tragbaren Rechner um bis zu 600 Euro, so dass ein MacBook erstmals ab 950 Euro zu haben sein wird. Zur Enttäuschung mancher Fans blieb aber ein Einstieg von Apple in die Klasse der billigen Netbooks, die von anderen Herstellern zum Teil für weniger als 300 Euro angeboten werden, aus. «Apple hat eine völlig neue Herangehensweise bei der Herstellung von Notebooks aus einem einzelnen Stück Aluminium entwickelt», sagte Jobs in der «Town Hall» auf dem Apple-Campus, in der vor Jahren der erste iPod der Öffentlichkeit präsentiert wurde. «Und ebenso wichtig ist, dass sie die umweltfreundlichsten Notebooks auf dem Markt sind.» Apple reagiert mit dem Einsatz von recycelbaren Materialien und den Verzicht auf umweltschädliche Komponenten auf die Kritik von Umweltorganisationen wie Greenpeace, die dem kalifornischen Computerkonzern in der Vergangenheit schlechte Noten ausgestellt hatte. Bei dem neuen Produktionsverfahren schneidet Apple den Korpus des Laptops aus einem über ein Kilogramm schweren schweren Aluminiumblock regelrecht heraus, bis er als zentrale tragende Einheit nur noch etwas mehr als hundert Gramm auf die Waage bringt. In diese Schale werden dann die anderen Komponenten des Notebooks eingelassen. Dieses aufwändige Verfahren wurde bislang nur beim Spitzenmodell MacBook Air eingesetzt, um so ein extrem flaches Gehäuse bauen zu können. Künftig werden auch die Hüllen des MacBook Pro und des MacBook so produziert. Lediglich das billigste Einsteigermodell behält sein weißes Kunststoffgehäuse. ![]() Apple spendiert dem Spitzenmodell MacBook Pro eine zweite Grafikkarte, die insbesondere 3D-Grafiken beschleunigt. (Bild: Apple) Bei den Grafikprozessoren löst Apple die integrierten Intel-Chips durch Halbleiter vom Grafikspezialisten Nvidia ab. Im MacBook verbaut Apple den Chipsatz GeForce 9400M mit DDR3-Speicherinterface und integrierter Grafik, der nach Einschätzung von Experten gut doppelt so schnell arbeiten dürfte wie Intels aktueller Centrino-2- Grafikkern. Im Vergleich zu den alten MacBooks arbeitet die Grafik sogar vier Mal so schnell. Dem MacBook Pro spendiert Apple zusätzlich den Chipsatz Nvidia GeForce 9600M, der insbesondere 3D-Grafiken beschleunigen kann. Damit könnte das MacBook Pro auch Fans von aufwändigen 3D-Computerspielen begeistern. Die neuen Grafikchips werden aber vermutlich erst mit dem neuen Apple-Betriebssystem «Mac OS X Snow Leopard» zur vollen Geltung kommen, mit dem die zusätzliche Grafikpower dynamisch ein- und ausgeschaltet werden kann. Mit der aktuellen Version von Mac OS X muss der Anwender sich ab- und wieder anmelden, um den GeForce 9600M ein- oder auszuschalten. Da das MacBook Pro mit abgeschaltetem Grafikchip eine Akkulaufzeit von fünf statt vier Stunden erreicht, sind die Anwender nämlich gut beraten, den Nvidia-Chip nicht dauerhaft eingeschaltet zu lassen, wenn keine Steckdose in der Nähe ist. Die Renovierung der MacBooks hat Apple auch dazu genutzt, die Maustaste beim Multi-Touch-Trackpad abzuschaffen. Das neue Touchpad aus Glas kann selbst wie eine Taste gedrückt werden. Damit vergrößerten die Apple-Designer die nutzbare Fläche der Steuerungsfläche um 40 Prozent. Gleichzeitig können nun einige vom iPhone her bekannte Mehr-Finger-Gesten zur Steuerung der MacBooks genutzt werden. Die neuen MacBooks im Aluminiumgehäuse kosten in Deutschland je nach Ausstattung 1200 oder 1500 Euro (inklusive Mehrwertsteuer). Das MacBook Pro wird für 1800 bzw. 2250 Euro angeboten. Das Einsteigermodell MacBook White im weißen Kunststoffgehäuse gibt es für 950 Euro. Analyst Gene Munster zeigte sich nach der Präsentation von Apple beeindruckt von dem neuen Produktionsverfahren und den technischen Features der Geräte, war aber unsicher, ob die Preissenkung von Apple im harten Wettbewerb mit anderen Notebook-Herstellern ausreichen wird. «Die Leute wollten eine Preissenkung für das MacBook auf (umgerechnet) 800 Euro.» Dennoch geht Munster davon aus, dass die Kunden von dem neuen Design des MacBook beeindruckt sein werden, das eine «substanzielle Verbesserung» darstelle. Joshua Topolsky vom größten US-Gadget-Blog «Engadget» bewertete die neuen MacBooks als «Evolution, nicht als Revolution». Der Blogger vermisst beim MacBook Pro beispielsweise ein integriertes UMTS-Modem, das in Spitzenmodellen anderer Hersteller zu finden sei. Vor allem die MacBook-Reihe habe im Vergleich zu den Pro-Modellen im Preis/Leistungs-Verhältnis zugelegt.
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