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Spam vorbeugen: Adresse mit Verfallsdatum nutzen

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Wegwerf-Adresse
Wer nicht mit Spam-Mails belästigt werden will, kann Wegwerf-Adressen nutzen, die nach einer vom Anwender festgelegten Zeitspanne verfallen. (Bild: dpa/tmn)

am 08.10.2008 | Von Sebastian Knoppik, dpa

Hamburg/Hannover (dpa/tmn) - Ob es nun Potenzmittel sind oder die Einladung ins Online-Casino - unerwünschte Werbung per E-Mail, sogenannte Spam-Mails, sind stets ein Ärgernis.

Das oberste Gebot für jeden E-Mail-Nutzer lautet daher, die eigene Adresse nicht leichtfertig herauszugeben. Doch wer zum Beispiel online einkaufen möchte, ist oft gezwungen, eine E-Mail anzugeben. Einen Ausweg können Wegwerf-Mail-Adressen sein. Weil diese nach kurzer Zeit automatisch deaktiviert werden, können sie ruhig preisgegeben werden.

Eigentlich dürfte die Eingabe der E-Mail-Adresse im Internet kein Problem darstellen, denn ohne die Zustimmung des Nutzers dürfen diese etwa vom Online-Shop nicht weitergegeben werden. Er darf auch keine Newsletter verschicken, wenn der Nutzer das nicht möchte. Soweit die Theorie: «Wenn alles gesetzmäßig läuft, muss ich keine Sorgen haben. Ich gehe aber davon aus, dass nicht alles gesetzmäßig läuft», sagt Wolfgang Holst, Mitarbeiter beim Landesbeauftragten für Datenschutz Niedersachsen in Hannover.

Wer seine E-Mail-Adresse preisgibt, läuft also Gefahr, dass der jeweilige Anbieter entweder selbst Werbung an die Adresse verschickt oder die Adresse sogar weitergibt. E-Mail-Adressen mit Verfallsdatum gibt es in verschiedenen Varianten. Bei Spamgourmet oder Mailexpire etwa registrieren sich die Nutzer mit ihrer eigentlichen E-Mail-Adresse und der Dienst leitet die Nachrichten während eines vorher festgelegten Zeitraums an diese Adresse weiter.

Beim Anbieter trash-mail hingegen ist keine Anmeldung nötig: «So einfach die Bedienung von trash-mail sein mag, der Dienst birgt das Risiko, dass andere Nutzer die Adresse erraten», sagt Jo Bager von der Computerzeitschrift «c't». Es sei gelungen, E-Mails anderer Nutzer einzusehen, die Login-Information für Online-Dienste enthielten. Bager rät daher, trash-mail nicht für vertrauliche Informationen zu nutzen: «Man sollte sich zudem eine mindestens zehn Zeichen lange E-Mail-Adresse ausdenken, die nicht erraten werden kann.»

Der Chaos Computer Club (CCC) in Hamburg stellt ein einfaches Wegwerf-Mail-Angebot unter «anonbox.net» bereit. Auch hier muss der Nutzer sich nicht registrieren. Gleichzeitig ist die Gefahr gering, dass die Adresse erraten wird, da eine Adresse mit einer Buchstaben-Zahlen-Kombination zugewiesen wird. «Unser Dienst ist absolut anonym. Er eignet sich daher auch, um sich etwa E-Mails schicken zu lassen und dabei unerkannt zu bleiben», sagt CCC-Sprecherin Constanze Kurz.

Wegwerf-Mail-Adressen eignen sich allerdings nicht für alle Zwecke: «Diese Adressen sind immer nur für eine bestimmte Zeit gültig. Man sollte sie daher nur nutzen, wenn man nicht dauerhaft Mails erwartet», empfiehlt Jo Bager von der «c't». Das kann beispielsweise die Bestellung in einem Online-Shop sein, bei dem man lediglich eine Auftragsbestätigung per Mail bekommt.

Auch beim Ausprobieren eines neuen und unbekannten Dienstes, kann es sinnvoll sein, nicht die eigentliche E-Mail-Adresse zu verwenden. Wenn man hingegen öfter Nachrichten von einem Anbieter erwartet, sollte auch die eigentliche Mail-Adresse bei der Anmeldung eingetragen werden.

Ein weiteres Problem kann sich dadurch ergeben, dass manche Online-Shops oder Portale versuchen, die Wegwerf-Adressen zu verhindern. «Die werden teilweise einfach nicht akzeptiert», sagt CCC-Sprecherin Kurz. Experten empfehlen ohnehin, sich zu überlegen, ob überhaupt die Mail-Adresse angegeben werden muss. «Bei Gewinnspielen etwa sollte die Telefon-Nummer und E-Mail-Adresse gar nicht angegeben werden», rät Datenschützer Holst.

Auch CCC-Sprecherin Kurz wundert sich, wie leichtfertig viele Menschen mit ihren persönlichen Daten umgehen: «Die Leute beschweren sich immer über Spam-Mail. Und wenn man dann mal nachfragt, erfährt man, dass sie überall ihre E-Mail-Adresse angeben.» Dem kann auch Jo Bager nur beipflichten: «Man sollte nie ohne eingeschaltetes Großhirn im Internet surfen.»

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