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Was moderne CD-Brennsoftware leisten kann

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CD-Brennsoftware
Günstig Daten auf den Rohling packen - auch kostenlose Brennprogramme können immer mehr. (Bild: Schierenbeck/dpa/tmn)

am 06.10.2008 | Von Chris Melzer, dpa

Hannover (dpa/tmn) - Noch vor zehn Jahren war ein Brenner im Computer etwas Besonderes. Wer einen der «CD-Toaster» besaß, hatte plötzlich mehr Musik und viele neue Freunde.

Langsam wuchs der Balken, der den Fortschritt anzeigte, und eine halbe Stunde für das Brennen einer CD war nicht ungewöhnlich. Ein paar Jahre später dauerte das gleiche nur noch wenige Minuten und ein Multiformatbrenner für CDs und DVDs wird heute selbst im Notebook erwartet. Die nötige Software wird meistens gleich mitgeliefert.

«Bei fast jedem Computer ist heute ein Brenner und die nötige Software schon dabei», sagt Jaroslav Smycek von der Verbraucherzentrale Niedersachsen in Hannover. «Programme dazuzukaufen, ist für die meisten unnötig. Für den Otto Normalbrenner reicht völlig aus, was die Computer schon an Bord haben.» CDs kopieren, Musik brennen, Fotos archivieren und die eigenen Daten auf CD speichern - das machten die allermeisten der sogenannten OEM-Versionen klaglos. Lediglich beim Thema Video könne es eng werden: «Bearbeitete Videos brennt nicht jede Software.»

So etwas können aber viele Brennprogramme, die es für Preise zwischen 10 und 100 Euro im Handel gibt. «Das sind Alleskönner, die mit einfachen Brennprogrammen manchmal nicht mehr viel zu tun haben. Der Kunde bekommt dann Riesenbrennpakete, deren Funktionalität er aber oft nicht ausreizt», sagt Martin Gollwitzer von der Zeitschrift «Chip». Dabei seien sie meist ein Kompromiss. «Sinnvoller für die meisten ist es, beim einfachen Brennprogramm zu bleiben und sich dann Spezialsoftware zu kaufen.» Wer Videos schneiden will, mache das besser mit einem Videoschnittprogramm, nicht mit dem Nebenfeature der Brennsoftware.

Allerdings muss es nicht teure Kaufsoftware sein. «Es gibt hervorragende Freeware, die erstaunlich viel kann.» Den Spitzenprodukten könne sie zwar nicht gefährlich werden. «Doch mit den installierten OEM-Versionen halten sie allemal mit und übertreffen die meisten sogar.» Selbst Branchenprimus Nero, mit weitem Abstand Marktführer, muss sich in Teilbereichen geschlagen geben: «ImgBurn, RescueAgent oder IsoBuster sind dem guten aber teuren Nero in einigen Bereichen sogar überlegen», sagt Gollwitzer.

Das will Jenny Menhart von Nero in Karlsbad nicht ganz gelten lassen: «Es gibt einige Features, an die Freeware und auch die OEM-Versionen einfach nicht herankommen. Zudem kann man bei den gekauften Programmen sicher sein, dass es über lange Zeit Hilfe bei Problemen gibt und auch rechtlich alles in Ordnung ist.» Zudem könnten die Brennprogramme heute viel mehr als nur Brennen: «Daten sichern, Audio- und Videobearbeitung, Daten wiederherstellen, Diashows, Fernsehgucken - das aktuelle 'Nero' hat 21 Applikationen.»

Aber was darf man eigentlich noch Brennen? «Grundsätzlich gilt: Für den eigenen Bedarf ist Kopieren erlaubt, für den gewerblichen nicht», erklärt der auf IT-Recht spezialisierte Rechtsanwalt Thomas Lapp aus Frankfurt/Main. «Wer sich eine Sicherungskopie von seiner Musik oder seiner Software macht, ist völlig im Recht. Selbst wer Musik für die Lebensgefährtin oder die Eltern brennt, muss nichts befürchten.» Da höre es dann allerdings auf - Freunde gehörten nicht mehr zum engen privaten Umfeld. «Ganz verboten ist das Hochladen von Musik in Tauschbörsen, geschweige denn das Verkaufen gebrannter CDs.» Und noch eine Einschränkung: Muss für das Brennen ein Kopierschutz umgangen werden, ist es ganz verboten.

Die rechtlichen Fragen seien seit Jahren ein Problem, sagt Verbraucherschützer Smyzek. «So genau weiß keiner, was der persönliche Bedarf eigentlich ist. Und besonders gefährlich wird es mit Programmen, die einen einfachen Kopierschutz ohne größere Probleme umgehen, ohne dass es der Anwender vielleicht bemerkt.» Technisch sei das kein Problem, rechtlich aber sehr wohl. Ein Trost: «Immer mehr Musiklabels gehen vom Kopierschutz wieder ab, weil sie damit Kunden verprellen.» Dabei sei das Brennen von CDs und DVDs heute alltäglich, sagt Smycek. «Hardware und Programme sind ausgereift. Aber auch die Rohlinge sind besser geworden.»

Doch was ist mit dem neuen Format Blu-ray? «Da gibt es schon gute Software, die auch die neuen Scheiben gut brennt», sagt Gollwitzer. «Aber grundsätzlich sind wir bei Bluray da, wo wir bei normalen CDs vor einigen Jahren waren: Es tut sich was, ist aber noch nicht ausgereift. Ich würde noch abwarten.» Dabei hätten die teuren Blu-ray-Discs zur Sicherung oder zum Transport von Daten vermutlich ohnehin keine große Zukunft: «Man bekommt jetzt schon einen USB-Stick mit acht Gigabyte für zehn Euro. Wer brennt da noch Discs?»

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