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E-Books: Daten statt bedrucktes Papier

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E-Books
Die Buchseiten im Speicher - mit Lesegeräten wie dem Sony Reader lassen sich E-Books auch unterwegs statt nur am PC lesen. (Bild: Sony/dpa/tmn)

am 22.09.2008 | Von Janne Terfrüchte, dpa

Frankfurt/Main/München (dpa/tmn) - Auf der Couch in einem dicken Wälzer blättern - für viele gibt es nichts Schöneres. Diesen Wälzer aber in die Tasche zu packen, um in der Bahn oder im Bus zu lesen, macht schon weniger Spaß.

Die handlichere digitale Alternative zum gedruckten Buch - E-Books - gibt es schon seit längerem. Aber sie haben bisher ein Nischendasein gefristet. Das soll sich jetzt ändern. «Speziell für E-Books entwickelte Lesegeräte sollen ein buch-ähnliches Lesen ermöglichen», sagt Gudrun Bolduan vom Börsenverein des Deutschen Buchhandels in Frankfurt. Das Problem: In Deutschland waren bislang nur wenige solcher Geräte erhältlich, etwa der iLiad Electronic Reader. Und mit Preisen ab etwa 500 Euro ist er alles andere als billig.

Es sei aber zu erwarten, dass E-Book-Lesegeräte wie der Amazon Kindle und der Sony Reader, die in den USA bereits verkauft werden, bald auch hierzulande zu haben sind, sagte Gudrun Bolduan. Darauf deutet unter anderem die Tatsache hin, dass Sony seinen Reader Ende August bei der Funkausstellung IFA in Berlin erstmals in Deutschland präsentierte. Einen genauen Erscheinungstermin und einen Preis nannte der Hersteller aber nicht.

Bis zum Marktstart der Geräte bleibt somit der PC als Plattform für elektronische Bücher. Wer diese unterwegs lesen will, kann das unter Umständen auch auf einem PDA, einem Smartphone oder Nintendos Minikonsole DS tun. Welches Buch sich auf welchen Player spielen lässt, erfährt der Leser auf der Webseite des E-Book-Anbieters.

Und zumindest an diesen ist kein Mangel. Manche wie «ciando.com» oder das englischsprachige «ebooks.com» verkaufen ausschließlich elektronische Bücher. Aber auch «herkömmliche» Online-Buchhändler wie «libri.de», «buch.de» oder «bol.de» haben mittlerweile die papielosen Varianten im Programm. «Manchmal werden E-Books auch direkt auf der Verlagsseite angeboten», sagt Gudrun Bolduan - zum Beispiel auf bei «degruyter.de» oder «campus.de».

Für Leseratten, die noch nicht recht wissen, was sie vom Lesen am Rechner oder auf mobilen Geräten halten sollen, könnte ein Angebot des E-Book-Vertreibers und Software-Hersteller Mobipocket aus Paris interessant sein: Unter «mobipocket.com/freebooks» stellt dieser einige Titel in verschiedenen Sprachen als kostenlose Downloads bereit.

E-Books werden in mehreren Formaten angeboten. Am beliebtesten seien PDFs, sagt Werner-Christian Guggemos von «ciando.com» in München. Zum Lesen braucht der Käufer dann eine Software wie den Adobe Reader, der online kostenlos zum Download bereitsteht. Für E-Books, die es nicht als PDF gibt, benötigt der Leser Programme wie den Mobipocket-Reader oder den eReader. Bezahlt wird per Kreditkarte oder Bankeinzug, gegen Vorkasse und manchmal auch auf Rechnung. Unter Umständen sind E-Books billiger als die gedruckte Variante - bei «buch.de» etwa um bis zu 20 Prozent.

Bei besonders vielen E-Books handelt es sich um Fachbücher und wissenschaftliche Veröffentlichungen: «Grund dafür ist, dass die Wissenschaftsverlage elektronische Texte schon sehr lange nutzen», sagt Bolduan. So konnten sie ihre Zeitschriftenartikel schon früh weltweit verbreiten. Außerdem seien ihre Zielgruppen «downloadaffin». Bei Romanen und Lifestyle-Büchern sei das Angebot noch gering, wachse aber nach und nach.

Die meisten Anbieter von E-Books arbeiten direkt mit Verlagen zusammen. Es gibt aber auch Ausnahmen, zu denen «ciando.com» zählt: «Auch Privatautoren können sich bei uns melden, um ihre E-Books auf der Plattform zu vertreiben», sagt Guggemos. Die Hälfte des Gewinns erhält dann der Autor, die andere Hälfte das Unternehmen. Dieses platziert den elektronischen Titel dafür nicht nur auf der eigenen Homepage, sondern auch auf Partnerseiten wie «bol.de» oder «thalia.de».

«Hat der Autor die Urheberrechte an einen Verleger abgegeben, darf er das E-Book aber nicht einfach privat anbieten», sagt Prof. Thomas Hoeren vom Institut für Informations-, Telekommunikations- und Medienrecht der Universität Münster.

Viele Hobbyautoren möchten mit ihren Geschichten oder Büchern aber gar nicht unbedingt Geld verdienen, sondern sie einfach nur im Netz veröffentlichen. Dann sollten sie zumindest Vorkehrungen treffen, dass nicht ein anderer sie kopiert und unter eigenem Namen anbietet. Das ist mit Hilfe der Creative-Commons-Lizenz kostenlos möglich. «Auf unserer Website gibt es einen Lizenzbaukasten, mit dem die Nutzungsbedingungen genau festgelegt werden können», sagt Markus Beckedahl von der Non-Profit-Organisation in Berlin.

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