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Gutes tun im Web: Spendenportale für Online-Shopper

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Spendenportale
Digitale Sammelbüchsen: Im Internet gibt es etliche Portale für Spendenwillige. (Bild: Schierenbeck/dpa/tmn)

am 10.09.2008 | Von Stefanie Hiekmann, dpa

München (dpa/tmn) - Online einkaufen, nebenbei etwas für einen guten Zweck geben und letztlich keinen Cent draufzahlen: Mit dieser Strategie wollen Betreiber mehrerer Webseiten Spenden für Hilfsorganisationen sammeln.

Clicks4Charity, Socialpower, Planethelp oder «Ein Klick der hilft» heißen diese Portale zum Beispiel. Das Prinzip ist einfach: Wer im Netz einkaufen möchte, öffnet eines der Spendenportale. Diese arbeiten mit diversen Onlineshops und teilweise auch mit Suchmaschinen zusammen. In einem Kategorienbaum findet der Nutzer Links zu den Shops - geordnet nach Themenbereichen.

Wer auf diesem Weg auf eines der Einkaufsportale gelangt, löst automatisch einen Informationsaustausch zwischen dem Shop und dem Spendenportal aus. Kauft der Nutzer etwas, leitet der Betreiber des Shops entweder einen Prozentsatz des Kaufpreises oder einen Fixbetrag an das Spendenportal weiter. Von dort aus gelangt das Geld an eine Hilfsorganisation oder ein konkretes Projekt.

In Details gibt es aber Unterschiede: Bei Clicks4Charity («clicks4charity.net») kann der Nutzer selbst eine Hilfsorganisation auswählen, die er unterstützen möchte. Derzeit stehen 13 auf der Liste: die Welthungerhilfe, die Caritas oder auch Projekte wie eine Bildungskampagne in Nepal.

Erst wenn sich der Nutzer für eine Organisation entschieden hat, kommt er zur Auswahl der Shops. Dazu gehören Amazon und Yves Rocher ebenso wie die Autovermietung Sixt oder die Skateboard-Kette Titus. Die Betreiber von Clicks4Charity weisen darauf hin, dass sie zehn Prozent der Spendensumme für anfallende Kosten wie den Unterhalt der eigenen Webseite einbehalten: «Für uns persönlich bleibt kein Cent», versichert Odin Mühlenbein, einer der Gründer des Portals.

Das Deutsche Zentralinstitut für Soziale Fragen in Berlin (DZI) stuft zehn Prozent Kosten als «niedrig» ein. Liegen sie zwischen zehn und 20 Prozent, seien sie «angemessen» und bis zu einer Höhe von 35 Prozent immerhin noch «vertretbar».

«Solche Angaben sollten auf den Spendenportalen für den Nutzer sichtbar sein», sagt Christel Neff vom DZI. Das ist etwa beim Portal Planethelp («planethelp.de») der Fall. Das gemeinnützige Projekt eines Unternehmens aus Pliezhausen (Baden-Württemberg) unterstützt derzeit rund zwei Dutzend Organisation von der Aktion Deutschland Hilft bis zur Stiftung Deutsche Schlaganfall-Hilfe. Allerdings behält sich Planethelp laut dem Internetauftritt vor, bis zu 49 Prozent für die administrativen Kosten einzubehalten - nach DZI-Kriterien hieße das unter Umständen: durchgefallen.

Grundsätzlich seien diese Portale trotzdem ein «Gewinn für den Spendensektor», sagt Christel Neff. Die Bundesarbeitsgemeinschaft der Freien Wohlfahrtsverbände in Berlin begrüßt die Spendenseiten ebenfalls grundsätzlich: «Das Prinzip überzeugt vor allem durch die Einfachheit», sagt Geschäftsführer Werner Ballhausen.

Hinter «Ein Klick der hilft» («ein-klick-der-hilft.de») steht die Maria und Hermann Linnemann Stiftung aus Meppen (Niedersachsen), die Seniorenprojekte unterstützt. Hier werden bis zu 20 Prozent des Kaufpreises gestiftet. Allerdings können die Nutzer nicht selbst zwischen Projekten wählen.

Die Betreiber von Socialpower («socialpower.net») verweisen darauf, dass über die Seite in erster Linie Organisationen oder Vereine gefördert werden, die das Spendensiegel des DZI tragen. Doch nach Worten von Odin Mühlenbein können auch kleine Projekte seriös sein. «Zumal das DZI-Spendensiegel auch nur für bundesweit agierende Organisationen gedacht ist», sagt Werner Ballhausen.

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