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Alternativen zum eigenen Auto: Mitfahrportale im Web

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Mitfahrportale
Biete einmal Köln und zurück: Angesichts der hohen Spritpreise haben Mitfahrportale Zulauf. (Bild: Wenda/dpa/tmn)

am 01.09.2008 | Von Janne Terfrüchte, dpa

Hamburg (dpa/tmn) - Demnächst muss Felix Herzog wegen eines Jobs von Hamburg nach Köln fahren. Ein eigenes Auto hat er nicht: «Ich nutze eine Mitfahrgelenheit, die buche ich online.»

Immer mehr vor allem junge Menschen nutzen die Portale, über die man meist recht spontan an Plätze in Privatautos kommen oder selbst nach Mitfahrern suchen kann - kein Wunder, angesichts der hohen Spritpreise.

«Mitfahrzentralen sind eine gute Alternative zum eigenen Auto», sagt Udo Sieverding von der Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen in Düsseldorf. Für Bahncard-Inhaber, so Herzog, könne der Zug zwar genauso günstig sein. Aber oft lohnt es sich, bei einem der Portale zu suchen. Zudem schonen Fahrgemeinschaften die Umwelt. «Wenn man statt mit dem eigenen Auto zu fahren eine Mitfahrgelegenheit nutzt, wird der CO2-Ausstoß reduziert», sagt Daniel Kluge vom Verkehrsclub Deutschland (VCD) in Berlin.

Die Portale «mitfahrzentrale.de» und «mitfahrgelegenheit.de» sind zwei wichtige Anbieter. Ersterer hatte zuletzt rund 1,2 Millionen registrierte Nutzer, sagt Sprecher Javor Milev. Bei Letzterem waren es 780 000 - Tendenz den Betreibern zufolge steigend. Weitere Portale sind «citynetz-mitfahrzentrale.de», «drive2day.de» oder «mifaz.de».

Auch für Pendler vom Lande gibt es Portale: Hinter «pendlernetz.de» stehen dieselben Betreiber wie hinter «mitfahrzentrale.de». Daneben gibt es etwa «frauenfahrgemeinschaft.de». Und Vierbeiner-Halter können unter «tier-mitfahrzentrale.de» oder «mitfahrzentrale-fuer-tiere.de» den Transport ihrer Schützlinge in andere Städte verabreden.

Die Anzahl der angebotenen Plätze kann von Portal zu Portal stark variieren. Wer zuletzt bei «mitfahrgelegenheit.de» für einen Freitag eine Fahrt von Hamburg nach Münster suchte und das drei Tage vorher eingab, erhielt 29 Angebote. Bei «mitfahrzentrale.de» waren es vier Mitfahrgelegenheiten. Manch anderes Portal förderte dagegen keinen einzigen Treffer zutage.

Nutzer können immer Gesuche aufgeben oder nach Angeboten suchen. Felix Herzog durchstöbert lieber Angebote: «Da wird man meistens fündig». Das Suchen ist ebenso wie das Einstellen von Gesuchen meist kostenlos. Wer nur stöbern will, muss sich in der Regel nicht anmelden. «Erst für den, der selbst ein Angebot oder ein Gesuch aufgeben will, ist das Registrieren Voraussetzung», sagt Javor Milev von «mitfahrzentrale.de». So halten es die meisten Anbieter.

Nicht alle vermitteln gratis: Bei «citynetz-mitfahrzentrale.de» etwa wird eine Gebühr fällig, die sich nach der Länge der Strecke richtet. «mitfahrzentrale.de» bietet eine «Premium-Mitgliedschaft» für 2,99 Euro im Monat an. Dann sieht der Nutzer etwa die Telefonnummern der Inserenten - in der Umsonst-Variante gibt es nur die E-Mail. Auch hier existieren schwarze Schafe. Fragwürdig erscheint etwa die Praxis eines Anbieters, pro Monat 9,90 Euro zu fordern - ein Jahr im Voraus.

Felix Herzog sucht immer kurzfristig - bislang erfolgreich: «Ein paar Tage vorher sind sogar mehr Angebote da als Wochen vorher.» Über den Preis müssen sich Fahrer und Mitfahrer selbst einigen. Manchmal nennen die Fahrer im Inserat eine Summe. Zur besseren Orientierung haben manche Seiten Tarifrechner, die ungefähre Preise ermitteln.

Weder der Fahrer noch der Mitfahrer müssen sich Gedanken über den Versicherungsschutz machen: «Eine Haftpflichtversicherung ist gesetzlich vorgeschrieben. Bei einem Unfall gilt die Versicherung des Fahrers auch für alle Mitreisenden», erklärt Stephan Schweda vom Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) in Berlin.

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