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Wenn die Blase drückt: Toilettensuchmaschinen im Web

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Toilettensuchmaschine
Christoph Beckmann, Mitbegründer von «lootogo.de», prüft mit Kennerblick die Qualität von öffentlichen Toiletten. (Bild: dpa)

am 13.08.2008 | Von Daniela Sauer, dpa

Köln (dpa) - Wenn Christoph Beckmann (18) in einer anderen Stadt unterwegs ist, führt ihn sein erster Weg oft ins Toilettenhäuschen. Das geht vielen so, aber bei Beckmann steht professionelles Interesse dahinter. Er muss nicht, er will.

Denn zusammen mit seinem Freund Christian Rohowski (18) hat er eine Internetsuchmaschine für Toiletten gegründet. Vor einem Jahr wurde «lootogo.de» am Welttoilettentag aus der Taufe gehoben.

Die Idee für die Internetseite ist aus der Not heraus geboren. «Als ich einmal zu Besuch in Berlin war, bin ich bei der Suche nach einer Toilette am Alexanderplatz fast verzweifelt», erzählt Beckmann, Fachinformatiker in der Ausbildung aus Köln. «Die Hygienestandards der Toilette, die ich nach langer Suche gefunden hatte, ließen zu wünschen übrig. Aus diesem Erlebnis ist dann die Idee entstanden, eine Toilettensuchmaschine mit Bewertungssystem zu erfinden.»

«lootogo.de» ist nach seinen Angaben das größte Toilettenverzeichnis Deutschlands, mit ein paar Klicks haben User die Möglichkeit, Informationen über Ort und Qualität der stillen Örtchen einzuholen. Fast 10 000 Toiletten sind mittlerweile bei «lootogo.de» verzeichnet. «Mein Kumpel Christian Rohowski und ich haben vor dem Start von «lootogo.de» ungefähr hundert Toiletten selbst getestet», erzählt Beckmann. «Mit der Zeit entwickelt man einen Kennerblick für hochwertige WCs. Immer wenn ich irgendwo unterwegs bin, halte ich Ausschau nach Toiletten und benutze sie auch gleich, damit ich sie bewerten kann.»

Die Nutzung der Suchmaschine ist leicht. Nach ein paar Klicks wird eine Landkarte mit den entsprechenden Örtlichkeiten angezeigt. Als erstes gibt der Nutzer seinen aktuellen Standort ein, dann kann er die beste Toilette auswählen und zum Schluss noch seine eigene Bewertung abgeben. Neben «lootogo.de» existiert mit «gratispinkeln.de» noch eine weitere Klosuchmaschine in Deutschland. Auch im Ausland gibt es schon Vorreiter. Das Bewertungssystem von «lootogo.de» ist allerdings einzigartig. Die Toiletten werden in Hinblick auf Sauberkeit, Wartezeit, Ausstattung und Personal getestet und dann auf einer Skala von 1 bis 6 bewertet. Die schlechteste Note bekam mit 4,9 eine Toilette auf dem Kölner Neumarkt.

Der User erhält bei «lootogo.de» auch Informationen über die Kosten der Toiletten. Behindertengerechte Toiletten sind mit einem Smiley gekennzeichnet. «Mit unserer Plattform wollen wir die Betreiber von öffentlich zugänglichen Toiletten dazu motivieren, ihre Örtlichkeiten sauber zu halten», erläutert Christoph Beckmann. «Wir wollen die Standards deutscher Toiletten verbessern.» Pro Tag besuchen 500 Internetnutzer die Homepage. Momentan ist die Toilettensuche nur online möglich, Beckmann und Rohowski planen aber, ihren Service auch auf den Mobilfunk auszuweiten.

Das Geschäft mit dem Geschäft bleibt vorerst aus, die Seite ist nicht kommerziell. «'lootogo.de' ist ein Hobbyprojekt, uns macht die Pflege und Weiterentwicklung der Seite Spaß», sagt Beckmann. Etwa zehn Stunden Arbeit die Woche investieren sein Freund und er in die Homepage, die das Leben ungemein erleichtern kann.

  • Suchmaschine für Toiletten: www.lootogo.de
  • Suchmaschine für Toiletten: www.gratispinkeln.de
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