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Madonna oder Maroon 5: Musikvideos online gucken

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Musikvideos online gucken
Beim TV-Sender läuft nur noch Klingelton-Werbung? Musikvideos sind mittlerweile auf vielen Webseiten legal und kostenfrei zu sehen. (Bild: Schierenbeck/dpa/tmn)

am 13.08.2008 | Von Florian Oertel, dpa

Berlin (dpa/tmn) - Mit dem Clip «Video Killed The Radio Star» begann 1981 beim Sender MTV das Zeitalter der Musikvideos. Gestalten wie der «Crazy Frog» und diverse Dating-Shows läuteten vor ein paar Jahren sein Ende ein - zumindest im Fernsehprogramm.

Im Internet ist das Clip-Genre dagegen lebendiger denn je. Immer wieder gehen neue Seiten online, auf denen Musikvideos oder Konzertmitschnitte zu sehen sind: legal, kostenlos und unkompliziert.

Bei der mit einem «Grimme Online Award» ausgezeichneten Multimedia-Plattform Hobnox gibt es Musikvideos im Kanal «Sli-Fi». Darüber hinaus werden dort kurze Filme zur Entstehung bestimmter Clips, Interviews mit Bands oder Live-Mitschnitte ausgestrahlt. Noch im August sollte ein eigener Clip-Kanal starten. Darin, so ist es geplant, werden von einer Redaktion ausgewählte und nach Genres geordnete Clips laufen - musikalische Schwerpunkte: Indie, HipHop und Elektronik.

Erst seit kurzem - seit Anfang Juli - überhaupt online ist Tape TV. Wer das Portal öffnet, bekommt sofort einen aktuellen Clip zu sehen. Von diesem Moment an hat der Nutzer mehrere Möglichkeiten: den Clip bis zum Ende anschauen und das Programm den nächsten auswählen lassen, gleich zum nächsten springen, durch Klicken auf den Button «More» anzeigen, dass als nächstes ein Video von einem ähnlichen Künstler laufen soll oder auch das Genre wechseln.

«Wir greifen auf rund 12 000 Videos zurück», so Stephanie Renner, Tape-TV-Geschäftsführerin. Dazu arbeitet das Unternehmen aus Berlin mit drei der vier großen Musiklabels und vielen unabhängigen Firmen zusammen. Das Portal finanziert sich über Werbung: Nach jedem zweiten oder dritten Video flimmert ein meist 15 bis 20 Sekunden langer Werbefilm über den Bildschirm, der nicht übersprungen werden kann. Künftig soll es hin und wieder auch Premieren von Musikvideos geben.

Bei «Yahoo Musik» ist das bereits Standard: «Wir haben pro Woche mittlerweile eine bis zwei Premieren, und das wollen wir noch forcieren», sagt Thorsten Sack, Musikchef von Yahoo Deutschland in München. Zuletzt liefen zum Beispiel Clips von Madonna oder Maroon 5 auf der Seite, ehe sie bei irgendeinem anderen legalen Angebot zu sehen waren.

«Der Nutzer kann sich aus dem Archiv seine eigenen Videoplaylisten zusammenstellen», sagt Thomas Sack. Hinter dem umfangreichen Angebot, das auch Premieren von Songs oder kompletten Alben umfasst, stehen Vereinbarungen mit allen vier großen Musikfirmen. Und wem die Bands und Künstler nicht zusagen, die auf der deutschen Webseite speziell präsentiert werden, oder wer generell eine etwas andere Auswahl wünscht, der hält sich an die britische oder die französische Version (new.uk.music.yahoo.com/videos, new.fr.music.yahoo.com/videos).

Auch die Musik-Community Last.fm setzt auf Bewegtbilder. Im Kanal «Last.fm Presents» geben Musiker wie Moby oder Santogold Interviews, dazu kommen Live-Mitschnitte. «Exklusive Videoclips im klassischen Sinne» bietet das Portal im Gegensatz zu Album-Premieren zwar nicht an, sagt Scott Woods, Deutschlandchef des Unternehmens in Hamburg. Zumindest der Clip-Katalog der Universal Music Group - eines der vier großen Labels - ist aber in Gänze als Stream verfügbar.

Hinzu kommen viele «eingebettete» Videos, etwa von Youtube. Dort können Nutzer ohnehin stöbern, wenn sie einen Clip anderswo nicht gefunden haben - und wenn sie sich notfalls auch mit weniger guter Bildqualität zufrieden geben. Doch hinter der Zukunft von Youtubes Fundus an Musikvideos steht zumindest ein Fragezeichen: Denn Viacom, der Mutterkonzern von MTV, will vor Gericht beweisen, dass auf der Plattform illegalerweise urheberrechtlich geschützte Videos laufen.

Eine hervorragende Quelle für Fans vorwiegend alternativer Musik ist Pitchfork TV, das Videoportal des renommierten Online-Musikmagazins aus den USA. Nahezu täglich gibt es dort neue, teilweise exklusive Clips. Hinzu kommen auch hier Mitschnitte von Konzerten, nicht zuletzt vom eigenen «Pitchfork Music Festival».

Auf Konzerte setzt auch Maxdome - eigentlich eine Online-Videothek. Zu deren Programm zählen aber auch Live-Mitschnitte aus Pop, Jazz oder Klassik, die gegen Gebühr angesehen werden können. Mit der kostenlosen Live-Übertragung eines Benefizkonzerts zu Ehren von Nelson Mandela, beschritt der zu ProSiebenSat.1 gehörende Dienst jüngst Neuland. «Wir wollen auch künftig solche Live-Events zeigen», sagt Sprecher Christian Senft. Auch sie sollen gratis streambar sein. Einzige Voraussetzung: Wer zuschauen will, muss sich registrieren.

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