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BerichteBarebone-PCs lassen dem Käufer mehr Freiheiten
am 06.08.2008 | Von Sven Appel, dpa Hamburg (dpa/tmn) - Es ist, als kaufe der Kunde einen Rohbau: Der Grundriss ist vorgegeben. Aber welche Heizung reinkommt, ob Parkett oder Fliesen verlegt werden, wie die Fenster aussehen - das bestimmt der Käufer selbst. Dieses Prinzip steht hinter Barebone-PCs. Die so bezeichneten Computer bestehen häufig nur aus Gehäuse, Netzteil und Hauptplatine und müssen mit weiteren Teilen vervollständigt werden. Der Begriff «Barebone» bedeutet so viel wie «blanker Knochen». Eigentlich würden damit alle nicht vollständig ausgestatteten PCs bezeichnet, erklärt Tom Seiffert vom Hersteller Shuttle in Elmshorn bei Hamburg. «Mittlerweile wird der Begriff jedoch für PCs mit kleinem Formfaktor verwendet.» Und das gilt unabhängig davon, ob der Rechner fertig konfiguriert oder im Rohbau verkauft wird. Abgesehen vom kleinen Format liegt der Vorteil eines echten Barebones darin, dass der Käufer sich das Gerät nach seinen eigenen Vorstellungen zusammenstellen kann. Er entscheidet, wie viel Arbeitsspeicher hinein soll, wie viel Kapazität die Festplatte hat, welcher Prozessor zum Einsatz kommt und welche Grafikkarte. Doch kleine Barebones setzen dem Nutzer bei der Konfiguration engere Grenzen als ein Gehäuse in herkömmlicher Größe: «Man muss schon aufpassen, welche Grafikkarte man einbaut», sagt Jens Appelt von der Zeitschrift «Computer Bild». Eine sehr leistungsstarke Grafikkarte etwa könne in einem ungeeigneten Gehäuse schnell überhitzen. Wer sich als Spieler einen Barebone-Rechner mit starker Grafikkarte zusammenstellt, muss daher auf ein geeignetes Gehäuse achten. «Das sollte aber auch dabeistehen», sagt Appelt. Einen Hinweis auf die Spieletauglichkeit und die Kompatibilität zu leistungsstarker Hardware gibt das eingebaute Netzteil. Es sollte eine Leistung von 300 Watt oder mehr bringen. Welche Anschlüsse habe ich? Welchen Prozessor kann ich einbauen? Mit diesen Fragen muss sich der Barebone-Besitzer auseinandersetzen. Dass jemand eine nicht passende Grafikkarte kauft, kommt laut Matthias Pracht, Betreiber der Webseite BareboneCenter.de in Filderstadt bei Stuttgart, aber eher selten vor. Manche Hersteller wie Asus und Shuttle haben außerdem gute Kompatibilitätslisten auf ihren Seiten. Das typische Problem beim Konfigurieren sieht Matthias Pracht anderswo: «Mancher bestückt einen kompakten Barebone mit besonders leistungsfähiger Hardware und wundert sich anschließend, dass das auf dem Schreibtisch stehende Gerät lärmt.» Der Käufer sollte sich daher vorher gut überlegen, welche Ausstattung er braucht und ob er vielleicht mit weniger auskommt. «Dann brauche ich auch nicht so viel zu kühlen.» Und es wird gespart: Einen einfachen Barebone gibt es laut Pracht schon für weniger als 100 Euro. Für die weiteren Komponenten werden nicht mehr als noch einmal 100 Euro benötigt. Damit lassen sich schon die Standardaufgaben eines PCs wie Internet und E-Mail erledigen. Geld sparen ist allerdings kein Argument mehr für einen Barebone-Rechner - weil Komplett-PC und Notebooks sehr günstig geworden sind. Während es gegenüber dem herkömmlichen PC die Form ist, die dem kleinen Barebone Vorteile verschafft, ist es im Vergleich zum Notebook die Flexibilität des Systems: «Notebooks bieten keine vergleichbaren Möglichkeiten zum Aufrüsten», sagt Pracht. Auch reiche die Leistung von Notebooks an die von PCs - zu denen letztlich auch Barebones zählen - noch nicht heran. «Aber Notebooks sind schneller geworden und schaffen fast genau so viel wie ein Barebone», sagt Jens Appelt. Eine Nische für Barebone sieht der Experte noch im Wohnzimmer, wo die vergleichsweise formschönen und je nach Konfiguration auch leisen Rechner als Multimedia-Maschine verwendet werden können. Die Hersteller haben sich jedenfalls auf verschiedenste Anwendungsfelder eingestellt und bieten auch vollständig konfigurierte Barebones für Business, das Spielen oder als Unterhaltungsmaschine fürs Wohnzimmer an.
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