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BerichteDie Schokoladenseite finden: Tipps für Porträtfotos
![]() Geduld und Einfühlungsvermögen gefragt: Für gute Porträtfotos braucht es Zeit und eine unverkrampfte Atmosphäre. (Bild: Schierenbeck/dpa/tmn) am 30.07.2008 | Von Sven Appel, dpa Oftersheim/Hamburg (dpa/tmn) - Es ist eine grausige Vorstellung: in alte Fotoalben zu schauen und feststellen zu müssen, dass man auf den Bildern dämlich aussieht. Hätte doch bloß jemand mal ein schönes Porträt gemacht! Dabei ist es nicht schwer, Menschen so festzuhalten, dass sie wirken wie sie selbst und nicht wie ein entrücktes Wesen. Wichtiger als die Technik sind der Blick des Fotografen und seine Einstellung zur abzulichtenden Person: «Man darf das Model nicht als Sache sehen», warnt Calvin Hollywood, Fotograf aus Oftersheim in Baden-Württemberg. «Ganz viel mit der Person reden - und nicht hinter der Technik verstecken», rät auch die Fotografin Sabine Petri-Wolff aus Hamburg. Profis sagen zu den Models oft Sachen wie «Ja, das hast gut gemacht». Laien schmunzeln darüber, doch die Bestätigung sei wichtig. Bei einem Porträt, das nur das Gesicht zeigt, kommt es besonders auf Augen, Mund und Nase an - «in dieser Reihenfolge», sagt Constanze Clauß vom Photoindustrie-Verband in Frankfurt/Main. So sollte auf den Augen kein Schatten liegen. Und ein geschlossener Mund wirkt oft verkniffen. Die nötige Tiefe bekommt das Bild, wenn das Model eher von der Seite fotografiert wird. Dabei gilt seitlich einfallendes Licht als vorteilhaft: Es erzeugt ebenfalls einen gewissen räumlichen Eindruck. Allerdings darf dann die Nase keinen Schatten werfen. Interessante Effekte bringt Gegenlicht - etwa einen Lichtkranz, der die Haare besser zu Geltung kommen lässt, so Constanze Clauß. Der Fotograf muss aber aufpassen, dass das Gesicht nicht zu dunkel wird und gegebenenfalls mit Blitz oder Aufheller arbeiten. Wichtig ist auch ein Weißabgleich, um ungewollte Farbverfälschung zu vermeiden. Auch der Hintergrund ist wichtig: «Er darf nicht zu unruhig sein», sagt Sabine Petri-Wolff. Sitzt die Person im prächtigen Garten, muss der Betrachter sie auf dem Foto erst ausfindig machen. Am besten wird daher so fotografiert, dass der Hintergrund unscharf ist. Petri-Wolff rät, dabei eine Brennweite größer als 50 Millimeter zu verwenden. Die Technik spielt somit doch eine gewisse Rolle. Porträts lassen sich auch mit Kompaktkameras machen. «Erstklassig werden sie damit in der Regel aber nicht», sagt Constanze Clauß. Bridgekameras mit großem Zoom, vor allem aber Spiegelreflexkameras bieten mehr Möglichkeiten. In Sachen Bildkomposition rät Petri-Wolff, darauf zu achten, dass die Person sich nicht in der Bildmitte befindet. Das empfindet der Betrachter meist als unschön. Der Spannungspunkt sollte etwas abseits des geometrischen Mittelpunktes liegen - Stichwort: Goldener Schnitt. Wird der Mensch mit dem gesamten Körper abgelichtet, wird er am besten in Aktion gezeigt. Dabei gilt es, Körperspannung zu erzeugen. Genau darauf zielt die berühmte Frage nach dem Vögelchen ab. Bei Kindern lässt sich dazu etwa ein Spielzeug einbeziehen. Für ein gutes Porträt genügt es nicht, zwei- oder dreimal auf den Auslöser zu drücken. Calvin Hollywood fotografiert das Model zunächst aus verschiedenen Perspektiven mit unterschiedlichen Einstellungen. «Wir sehen uns dann gemeinsam die ersten Aufnahmen an. Das Model erzählt mir, welche Bilder es besonders mag, und ich weiß, wie die Fotos wirken.» Daraus ergeben sich Ideen für das weitere Vorgehen.
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