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Multimessenger für das Handy

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Multimessenger
Mobiles Internet macht es möglich: Das Chatten hat den Weg aufs Handy gefunden. (Bild: Schierenbeck/dpa/tmn)

am 02.07.2008 | Von Dirk Averesch, dpa

Hamburg/Berlin (dpa/tmn) - Dass viele Handys inzwischen zu Mini-Computern mutiert sind, ist eine Binsenweisheit. Trotzdem nutzen die meisten Besitzer leistungsstarker Mobiltelefone das Potenzial ihrer täglichen Begleiter nicht einmal annähernd aus.

So sind zum Beispiel die auf dem PC so beliebten Instant Messenger auf Handys eher selten zu treffen. Dabei gibt es die Programme oft kostenlos. In der Regel handelt es sich bei der nachträglich auf dem Handy installierbaren Software um sogenannte Multimessenger. Sie unterstützen mindestens die großen Netzwerke wie AIM/iChat, MSN Live Messenger, Yahoo Messenger, ICQ, Jabber, Google Talk und immer öfter auch Skype, MySpace oder Facebook Messenger.

Um auch unterwegs im Chat dabei sein zu können, braucht es noch nicht einmal ein UMTS-fähiges Handy. «Für Instant Messaging reicht eine GPRS-Verbindung aus», erklärt Markus Weidner vom Telekommunikationsportal «teltarif.de» in Berlin. Schon mit den Datenpreisen der Prepaid-Discounter wie blau.de, simyo, Fonic oder Congstar, die je nach Anbieter zwischen 24 und 49 Cent pro übertragenes Megabyte Daten liegen, sei mobiles Messaging wegen der wenig datenintensiven Textübertragung äußerst günstig. «Es kostet vielleicht 10 Cent, wenn man den ganzen Tag online ist», sagt Weidner.

Fringland etwa bietet seinen Multimessenger Fring als Freeware an. Neben Versionen für die Handy-Betriebssysteme Symbian und Windows Mobile gibt es das Programm neuerdings auch als Vorabversion für das Apple iPhone. Fring unterstützt verschiedene Instant Messenger für den Text-Chat und ermöglicht die Internet-Telefonie via Skype oder über das SIP-Protokoll mit beliebigen VoIP-Providern.

Wer also bereits zu Hause mit Carpo, Sipgate, Nikotel, 1&1 oder einem anderen VoIP-Anbieter telefoniert, kann die Anmeldedaten auch in seinem Handy eintragen. Nach einer Erhebung des Branchenverbandes BITKOM in Berlin telefoniert immerhin bereits jeder achte Deutsche über das Internet - Tendenz steigend.

Mit Nimbuzz kommt ein ebenfalls kostenloses Konkurrenzprogramm aus den Niederlanden. Weil es neben der Symbian- auch in einer Java-Version heruntergeladen werden kann, erreicht das Programm auch den größeren Kreis von Nutzern, der ein Handy ohne spezielles Betriebssystem besitzt.

Ein anderer Freeware-Messenger kommt aus Russland: Talkonaut unterstützt in der Symbian- und der Windows Mobile-Version neben dem Textchat in den üblichen Netzwerken die Internettelefonie über das SIP-Protokoll oder über Google Talk, MSN Live Messenger, Yahoo sowie AIM/iChat. In der Windows Mobile-Variante schaltet er je nach Bedarf außerdem automatisch zwischen verschiedenen Datenverbindungen um. Die Java-Version beschränkt sich auf die Möglichkeit des Textchats.

Ebenfalls auf Java setzt der Movamessenger. Die Freeware begnügt sich mit der klassischen Chat-Funktionalität, ist aber beispielsweise auch mit dem chinesischen QQ-Netzwerk kompatibel. Außerdem verspricht das Programm eine effektive Komprimierung der ohnehin kleinen Textdatenmengen. «Der intensive Gebrauch des Movamessengers verbraucht monatlich nur ungefähr zwischen zwei und fünf Megabyte Daten», verspricht Hersteller Movafone.

INFO: Vorsicht bei der VOIP-Telefonie übers Mobilfunknetz

Vorsicht ist bei der Internet-Telefonie über das Handy geboten. Wenn das Gespräch nicht in einem kostenlosen Hotspot über WLAN abgesetzt, sondern per GPRS, EDGE oder UMTS über den Mobilfung-Äther geht, können erhebliche Kosten entstehen. «Bei einem normalen Codec werden pro Minute rund ein Megabyte an Daten übertragen», erklärt Markus Weidner vom Telekommunikationsportal «teltarif.de» in Berlin. Wer also nicht gerade eine mobile Datenflatrate oder ein großes Datenpaket abonniert hat, sollte prüfen, ob die Internettelefonie gegenüber einem normalen Handygespräch überhaupt Ersparnis bringt.

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