Nicht verzagen – „Igor“ fragen!
Nicht verzagen – „Igor“ fragen!
IT-News-World.de
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am 22.11.2003 | von ak
Fehler in Computerprogrammen verursachen Schäden in Milliardenhöhe, den Programmierern rauben sie den letzten Nerv. Informatiker an der Universität des Saarlandes haben einen Dienst ins Netz gestellt, der vollautomatisch und schnell nach Fehlern in Linux-Programmen sucht. Java- und Windowsversionen sind derzeit in Arbeit.
Fehlerdiagnose kommt per Email
Igor soll die Ursachen von Programmfehlern automatisch feststellen. Programmierer, die ihre Programme testen lassen möchten, können sie auf einer Webseite der Uni hochladen, und Igor macht sich an die Arbeit. In der Regel schickt Igor seine Fehlerdiagnose bereits nach wenigen Minuten per Email zurück. Zur Fehlersuche verwendet der Dienst ein Verfahren namens „Delta Debugging“, das speziell zur experimentellen Einengung von Fehlerursachen entwickelt wurde. Igor vergleicht zwei Programmläufe miteinander: einen, bei dem das Programm korrekt funktioniert, und einen, bei dem das Programm fehlschlägt. Durch systematische Suche und immer neue Testläufe entdeckt der findige Igor schließlich den relevanten Unterschied im Programmablauf – der Fehler ist gefunden.
Frankensteins Diener
Igor ist der Name des Dieners in Frankenstein-Filmen, erklärt Informatik-Professor Dr. Andreas Zeller, der Leiter des Projekts, die eigenwillige Namensgebung für seinen Dienst. „Frankenstein plant, und Igor macht die Arbeit.“ Und die Arbeit heißt: „Igor, geh Fehler suchen!“ Bislang wurden bereits 150 Programme eingereicht und von Igor auf Fehler abgeklopft. Mehr als zwei Drittel wurden erfolgreich abgearbeitet. „Noch sind diese Daten vorläufig“, sagt Zeller. „Erst wenn die 1000-Programm-Grenze überschritten sei, könne man den Nutzen von AskIgor tatsächlich abschätzen.
Ein Wermutstropfen
Die Rückmeldungen, die das Informatik-Team um Zeller von Anwendern erhält, werden benutzt, um das Programm regelmäßig zu kalibrieren und zu verbessern. Immerhin bewerteten die bisherigen Nutzer AskIgor zu drei Vierteln als „hilfreich“ oder besser. Angesichts der hohen Kosten, die weltweit für Fehlersuche und Korrektur von Computerprogrammen ausgegeben werden, könnte AskIgor auch finanziell ein Erfolg werden. Der Wermutstropfen bei der ganzen Sache: AskIgor steht bislang nur für Linux-Programme zur Verfügung. Eine Java- und Windows-Version ist aber schon in Arbeit.
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