Expertin: «Kinder werden im Web oft angemacht» Jugendliche verbringen viel Zeit in Internet - dabei komme es nicht selten zu sexuellen Belästigungen, warnen Experten. (Bild: dpa) am 18.06.2008 Köln (dpa) - Kinder und Jugendliche werden nach Einschätzung von Fachleuten in Internet-Chatrooms weit häufiger von Erwachsenen sexuell bedrängt, als Eltern ahnen. «Wer es darauf anlegt, der weiß, auf welchen Seiten sich Kinder bewegen», sagte Gisela Braun von der Arbeitsgemeinschaft für Kinder- und Jugendschutz (AJS) in Nordrhein- Westfalen. Eltern sollten ihre Kinder motivieren, mit ihnen über solche Vorfälle zu sprechen. Es gebe mehrere Maschen, mit denen sich Männer das Vertrauen Heranwachsender erschlichen. Dabei setzten sie auf Themen, die bei Kindern und Jugendlichen angesagt seien - bei älteren Mädchen etwa Schönheit und Model-Karriere. «Da kommt einer und sagt, er suche Mädchen für ein Casting. Das müsse aber ganz geheimbleiben», nannte die Fachreferentin gegen sexuelle Übergriffe ein Beispiel. Mädchen fänden das toll und seien zu vielem bereit - auch zu Fotos in allen möglichen Positionen. Andere versuchten, sich einfühlsam zu zeigen und eine Verliebtheit zu erreichen, etwa durch Komplimente wie «du bist sympathisch» oder «du schreibst besser als andere». So ließen sich dann Jugendliche auf den Mail-Kontakt ein. Auch das Thema Stress mit den Eltern nutzen nach Angaben der Expertin viele Pädophile im Netz, um das Vertrauen von Kindern zu gewinnen. Die Erkenntnisse hätten die Fachleute aus Schilderungen von Kindern und Jugendlichen gewonnen sowie aus eigenen Testversuchen in Chatrooms. «Eltern haben keine Vorstellungen, was da passiert.»
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