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Ideen statt Fortsetzungen bei PC-Spielen

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Goin' Downtown
Ermittlungsarbeit am Rechner: Bei «Goin' Downtown» hat der Spieler einen Mord aufzuklären. (Bild: Silver Style/dpa/tmn)

am 18.06.2008 | Von Heiko Haupt, dpa

Hamburg (dpa/tmn) - Der PC-Spieler an sich ist traditionsbewusst: Sieht er beim Händler einen Titel aus einer Serie, dessen Vorgänger mit ähnlichem Namen er schon kennt, dann greift er gern zu. Im Mai muss er allerdings umdenken.

Fortsetzungen von mehr oder weniger erfolgreichen Computerspielen sind nicht zu erwarten. Stattdessen gehen komplette Neuentwicklung an den Start: das Adventure «Goin' Downtown» oder auch das ambitionierte «Windchaser». Selbst das mit Vorschusslorbeeren bedachte Onlinerollenspiel «Age of Conan» betritt Neuland - indem es sich ausschließlich an Erwachsene wendet. Und «Race Driver: Grid» ist zwar eine Fortsetzung, bringt aber dennoch grundlegend Neues.

Nimmt man die Entwicklungsgeschichte als Maßstab, ist «Windchaser» von dtp die bemerkenswerteste Neuerscheinung. Denn seinen Ursprung hat das Spiel in einem Studentenprojekt. Im November 2006 gründeten Christian Kluckner und Alexander Kehr, zwei Absolventen einer Mediadesign-Hochschule, das Entwicklungsstudio Chimera Entertainment. Und das Ergebnis ihrer Arbeit soll Mitte Mai zu den Händlern kommen.

Auch das Spiel selbst kommt ungewöhnlich daher: Zentraler Punkt des Geschehens ist das Luft-Segelschiff Windchaser, mit dessen Besatzung der Spieler in den 15 Missionen einer zweiteiligen Kampagne allerhand Widersachern entgegentritt. Im Vordergrund steht dabei das taktische Vorgehen, darüber hinaus gibt es Elemente aus Rollenspielen. Die Hintergrundgeschichte wird immer wieder in Zwischensequenzen erzählt, so dass der Spieler durch die Handlung geführt wird. «Windchaser» wird für rund 30 Euro in den Läden stehen.

Age of Conan
Ermittlungsarbeit am Rechner: Bei «Goin' Downtown» hat der Spieler einen Mord aufzuklären. (Bild: Silver Style/dpa/tmn)

Weniger um eine Mischung verschiedener Spiel-Stile als um das Modernisieren des Prinzips rätsellastiger Adventures geht es bei «Goin' Downtown». Wer beim Begriff Adventure immer noch an den Humor von «Monkey Island» oder gar an verwunschene Fantasiewelten wie bei «Myst» denkt, wird daher beim Anblick dieses Spiels überrascht sein: Anbieter Silver Style setzt auf eine Grafik im modernen Comicstil und auf ein Szenario, das in einem korrupten Staat des Jahres 2072 angesiedelt ist.

Dort gilt es, einem abgehalfterten Polizisten beim Aufklären des Mordes an einer Prostituierten zu helfen. Für die Sprachausgabe der Charaktere sorgen deutsche Synchronstimmen von Hollywoodstars wie George Clooney oder Nicole Kidman. Nach ersten Vorberichten kommt ihnen dabei auch der eine oder andere wenig kindgerechte Fluch über die Lippen. «Goin' Downtown» erscheint am 15. Mai, ein Preis wurde noch nicht genannt.

Derbe Flüche wie bei dem Silver-Style-Adventure sind an sich recht harmlos. Sie sind aber auch ein Hinweis auf eine aktuelle Entwicklung bei den PC-Spielen: Längst haben viele Daddler die Hürde zum Erwachsenenalter übersprungen. Das hat zur Folge, dass die Entwickler zunehmend auf die wachsende Gruppe der gar nicht mehr so jugendlichen Kundschaft setzen.

Eines der mit Blick auf die erwarteten Verkaufszahlen wichtigsten Beispiele dafür ist «Age of Conan» von Eidos. Wer beim Namen Conan an den einst von Arnold Schwarzenegger verkörperten Barbaren denkt, der liegt völlig richtig - und gleichzeitig ziemlich falsch. Denn wie der Hollywood-Film beruht das Onlinerollenspiel zwar auf den Romanen von Robert E. Howard. Allerdings soll es viel deutlicher als der Film das Düstere der von dem Schriftseller entworfenen Welt wiedergeben.

Deshalb präsentiert sich «Age of Conan» auch weniger künstlich und comicmäßig als zum Beispiel «World of Warcraft». Es geht vielmehr «realistischer» zu. Das soll nichts anderes heißen, als dass sich die Spieler in einer barbarisch anmutenden Welt ohne Trolle und Elfen bewegen, in der dafür die eine oder andere brutale Szene vorkommt.

Aber auch «Age of Conan» setzt auf typische Bestandteile von Onlinerollenspielen: Es gilt, den eigenen Charakter weiterzuentwickeln, Herausforderungen zu bestehen oder auch, sich zu Gruppen und Gilden zusammenzuschließen. Das Spiel erscheint am 23. Mai für rund 50 Euro. Wie bei anderen Onlinespielen werden auch hier außerdem monatliche Gebühren fällig. Diese standen bis zuletzt zwar noch nicht fest, dürften aber im üblichen Rahmen zwischen 10 und 15 Euro liegen.

Weg von der einen Art des Realismus und hin zu einer anderen geht es bei «Race Driver: Grid» von Codemasters. Hier wird auf den Zusatz «DTM» verzichtet, mit dem die Vorgänger daherkamen und der für eine Lizenz der Rennserie Deutsche Tourenwagen Masters stand. Entsprechend geht es weniger um «echte» Rennserien als um fiktive Wettbewerbe. Auf der anderen Seite wurde der Realismus im Hinblick darauf erhöht, was auf der Rennstrecke und nicht zuletzt bei Unfällen passiert. «Race Driver: Grid» erscheint am 30. Mai - zu einem bis zuletzt noch nicht genannten Preis.

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