IT-News World - tägliche PC-, Internet- und IT-NewsIT-News World:   Home | Hier werben | Impressum |
 

 
 

Anzeige 
 
Startseite Aktuelles Berichte Tipps Spiele Surftipp Netzwelt News-Archiv
 
 
IT-News World » Netzwelt » CCC warnt vor zentraler Biometrie-Datenbank

Netzwelt

CCC warnt vor zentraler Biometrie-Datenbank

Bewertung:
CCC warnt vor zentraler Biometrie-Datenbank IT-News-World.de 5 5

am 21.11.2003 | von ak

Deutschlands bekanntester Hackerklub schlägt Alarm. Die Speicherung von biometrischen Daten wie z.B. Fingerabdrücken in einer zentralen Datenbank und die Aufnahme solcher Daten in die Personalausweise bringe dem Bürger mehr Schaden als Nutzen, warnt der Chaos Computer Club (CCC).

Risiken und Nebenwirkungen der IT-Technologie
Der Chaos Computer Club (CCC) wurde 1981 gegründet und versteht sich als „Europas größte Hackergruppe“. Seit 1986 ist der CCC ein eingetragener Verein mit zahlenden Mitgliedern. Der CCC setzt sich für ein Menschenrecht auf ungehinderte weltweite Kommunikation ein. Seine Mitglieder beschäftigen sich mit den Auswirkungen der modernen Informationstechnologie auf die Gesellschaft und decken immer wieder Sicherheitslücken und Gefahrenpotenziale auf. Jetzt warnt der deutsche Hackerklub davor, biometrische Daten aller EU-Bürger wie Fingerabdrücke oder gar DNS-Merkmale in einer zentralen Datenbank zu speichern. Die Möglichkeiten, solche Daten zu missbrauchen, stünden in keinem Verhältnis zu einer möglicherweise verbesserten Verbrechensbekämpfung, erklärte Andy Müller-Maguhn vom CCC. Fortschritte bei der Verbrechensbekämpfung könne man auch mit Maßnahmen und Methoden erzielen, die „technisch deutlich weniger Demokratie gefährdend“ seien.



Polizei will zentrale Datenbank
Die Aufnahme biometrischer Daten in die Personalausweise steht schon länger auf der Wunschliste der Strafverfolgungsbehörden in ganz Europa. Eine solche Maßnahme macht allerdings nur dann Sinn, wenn die Daten auch in einer zentralen Datenbank abgespeichert und von dort aus bei Bedarf von der Polizei abgefragt werden können. Anfang November hatte sich daher der Bund Deutscher Kriminalbeamten (BDK) für die Einrichtung einer EU-weiten Fingerabdruck-Datenbank stark gemacht. Gleichzeitig wehrte sich der BDK gegen die Unterstellung, die Daten könnten missbräuchlich oder unkontrolliert verwendet werden. Der BDK schlug heise online zufolge vor, dass die zentrale Fingerabdruck-Datenbank nicht bei der Polizei, sondern auch von einer anderen Stelle eingerichtet werden könnte.

Datenschützer warnen vor zentraler Datenbank
Fingerabdrücke werden heute schon in einer zentralen Datenbank gesammelt. Betroffen sind allerdings nur Personen, die strafrechtlich verfolgt werden. Die vorsorgliche Sammlung und Speicherung der biometrischen Daten aller Bürger trifft nicht nur beim CCC, sondern auch sonst bei Datenschützern und Bürgerrechtlern auf wenig Gegenliebe. Selbst wenn man davon ausgeht, dass die Strafverfolgungsbehörden ihre Zugriffsmöglichkeiten nicht missbrauchen, wären z. B. gezielte Hackerangriffe auf eine solche zentrale Datenbank ein durchaus realistisches Szenario.

CCC sieht Probleme in der Praxis
Der CCC hat nicht nur grundsätzliche Einwände gegen eine zentrale Datenbank, sondern sieht auch praktische Probleme bei der Abfrage biometrischer Daten. Die Forschungen des CCC zur praktischen Sicherheit von biometrischen Erkennungsgeräten hätten gezeigt, dass es mit diesen Geräten keine hundertprozentige Sicherheit geben könne. Selbst bei biometrischen Erkennungsgeräten der Oberklasse müsse man laut CCC immer noch von einer Fehlerquote ausgehen, die bei 0,1 Prozent liege. Mit anderen Worten: Bei jeder tausendsten Ausweiskontrolle bekäme der kontrollierte Bürger Probleme, die er nicht selbst verschuldet habe. Hochgerechnet auf die deutsche Bevölkerung von 80 Millionen „wären das immerhin schon 80.000 unbescholtene Bürger mit unverschuldetem Ärger bei Ausweiskontrollen“.

IT-News als RSS-Feed lesen

« vorheriger Artikel
Neun neue Schadprogramme jeden Tag
nächster Artikel »
Nicht verzagen – „Igor“ fragen!

Weitere News aus Netzwelt

Kasperskys lange Leitung

25.06.2008 | Alfred Krüger | Anfang Juli schlug das Sicherheitsunternehmen Kaspersky Alarm. Die russischen Schadprogrammfahnder hatten gefährliche Trojaner in der freien Wildbahn des Internets aufgespürt: Ransomware - Schadprogramme, die Dateien im Opfer-PC verschlüsseln und ihre Opfer anschließend erpressen. Kaspersky rief daraufhin die Webgemeinde auf, bei der Entschlüsselung mitzuhelfen. Kritiker vermuteten einen PR-Gag. Und tatsächlich zeigt sich jetzt, dass es gar nicht nötig ist, den Schlüssel herauszufinden. Ein simples Recovery-Programm reicht aus, damit man wieder an die Daten kommt.  .  Weiter lesen ...

Piratenjäger und ihre Rechenkünste

16.05.2008 | von Alfred Krüger | Alle Jahre wieder legt die Business Software Alliance (BSA) ihren Pirateriebericht vor. Es geht um raubkopierte Software und die Schäden, die dadurch bei den Softwarefirmen entstehen. In Deutschland, so berichtet die BSA in ihrem jüngsten Pirateriebericht, ist der Anteil raubkopierter Software 2007 auf 27 Prozent zurückgegangen. Weltweit verzeichnet die BSA jedoch einen Anstieg um drei Prozent auf 38 Prozent. Die Zahlen werden vom US-Marktforschungsinstitut IDC ermittelt und sind mit Vorsicht zu genießen.  .  Weiter lesen ...

Mit Microsoft ins Universum

13.05.2008 | von Alfred Krüger | Vom Schreibtisch aus in ferne Galaxien? Microsoft macht’s möglich – mit WorldWide Telescope. Die Software erlaubt einen digitalen Blick durch verschiedene Weltraumteleskope in die unendlichen Weiten des Universums. Wer die technischen Möglichkeiten besitzt, kann sogar ein eigenes Teleskop über die neue Software aus dem Haus Microsoft fernsteuern. Die Daten, die WorldWide Telescope benutzt, stammen von verschiedenen Teleskopen auf der Erde und der Erdumlaufbahn. Wer WorldWide Telescope benutzen möchte, braucht allerdings einen in jeder Hinsicht überdurchschnittlich leistungsfähigen PC. Es gilt das Motto: Mehr ist immer besser.  .  Weiter lesen ...

Microsofts Yahoo-Deal vorerst geplatzt

04.05.2008 | von Alfred Krüger | Das Pokern um die Übernahme von Yahoo durch Microsoft ist vorerst vorbei. Microsoft hat sein Übernahmeangebot offiziell zurückgezogen. Yahoo wird dem Redmonder Softwarekonzern nicht einverleibt. Das gab Microsoft-Chef Steve Ballmer heute in einem Brief an Yahoo-Chef Jerry Chang bekannt. Zwischen beiden hatte es noch in den letzten Tagen Gespräche gegeben – aber offenbar in der Sache keine Annäherung. Obwohl Microsoft den Preis noch einmal um zwei Dollar pro Aktie von 31 auf 33 Dollar angehoben haben soll, zeigte Chang sich offenbar nicht willig. Analysten gehen nun davon aus, dass der Kurs der Yahoo-Aktie kräftig sinken wird.  .  Weiter lesen ...

PayPal-Zwang für schlechte Verkäufer

30.04.2008 | von Alfred Krüger | eBay rüstet auf in Sachen Sicherheit. Nicht nur in Australien, sondern nun auch in Deutschland gilt: In bestimmten Fällen müssen eBay-Verkäufer ihre finanziellen Transaktionen künftig über den Bezahldienst PayPal abwickeln. PayPal ist eine eBay-Tochter und bietet Käufern, die per PayPal zahlen, eine Absicherung bis zu 1000 Euro. Der PayPal-Zwang soll für Verkäufer eingeführt werden, die gewisse Mindestkriterien nicht erfüllen. In Australien wurde der PayPal-Zwang bereits vor rund drei Wochen angekündigt.  .  Weiter lesen ...

Weitere News aus dem Bereich Netzwelt »

 

iPhone 4 / Apples neuester Wurf: Das iPhone 4 hat wieder einen Standard gesetzt, an dem sich andere Hersteller orientieren werden. (Bild: Gambarini/dpa/tmn)
 
     
 

Anzeige