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Das neue iPhone 3G ist besser und billiger

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Apple will mit dem neuen iPhone 3G mehr Kunden gewinnen - die Preise liegen deshalb deutlich niedriger als beim Vorgängermodell. (Bild: Apple)

am 18.06.2008 | Von Christoph Dernbach, dpa

San Francisco (dpa) - «Doppelt so schnell - halber Preis.» Die Kernaussage von Apple-Chef Steve Jobs zur Präsentation des neuen Smartphones «iPhone 3G» in den USA hinterließ äußerst widersprüchliche Reaktionen.

Während die Software-Entwickler in San Francisco dem Apple-CEO im schwarzen Rollkragen-Pullover auf der Bühne des Moscone Centers zujubelten, schickten die Finanzinvestoren am New Yorker Handelsplatz NASDAQ die Aktie von Apple zunächst auf eine heftige Talfahrt, bevor sich der Kurs dann bei einem Minus von 2,2 Prozent stabilisierte.

Die Programmierer an der US-Westküste erhoffen sich für ihre Software-Produkte einen größeren Absatzmarkt, wenn das iPhone durch den drastischen Preisabschlag von Apple tatsächlich massentauglich werden sollte. Nur noch 199 Dollar soll in den USA das neue iPhone-Modell mit acht Gigabyte Speicher kosten. Für das alte iPhone dieser Größe verlangte Apple immerhin noch 399 Dollar. Das «iPhone 3G» mit 16 Gigabyte Speicher schlägt nur noch mit 299 Dollar zu Buche (statt 499 Dollar für die 16-GB-Version des ersten iPhone). Die Preise von T-Mobile in Deutschland stehen noch nicht fest und werden vermutlich erst kurz vor dem Marktstart am 11. Juli 2008 veröffentlicht.

Apple gibt damit nach einem Jahr das ungewöhnliche Geschäftsmodell auf, bei dem es eine Umsatzbeteiligung statt der üblichen Subventionierung des Handy-Preises durch die Mobilfunk-Anbieter gab. Nun verkauft es seine Geräte an die Telekom-Konzerne wie alle anderen Wettbewerber. Wie viel Apple von ihnen bekommt, wird nicht gesagt. Analysten schätzen, dass es zum Beispiel bei AT&T in den USA bis zu 499 Dollar sein können. Um den weltweiten Graumarkt mit unregistrierten Geräten aus den USA auszutrocknen, müssen die iPhone-Käufer künftig auch in den Apple-Läden die Aktivierung des Handys vornehmen, sagte der Chef der Mobilfunksparte von AT&T, Ralph de la Vega.

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Apple will mit dem neuen iPhone 3G mehr Kunden gewinnen - die Preise liegen deshalb deutlich niedriger als beim Vorgängermodell. (Bild: Apple)

In den USA erzielte Apple seit dem Verkaufsstart des iPhones am 29. Juni 2007 in der Klasse der so genannten Smartphones trotz des hohen Einstiegspreises einen Marktanteil von rund 20 Prozent hinter RIM («BlackBerry»). Weltweit spielt aber vor allem Nokia eine dominante Rolle. Das iPhone kommt hier nicht über fünf Prozent Marktanteil. Das soll sich nach dem Willen von Steve Jobs nun ändern. Die Masse soll es machen. Dazu bringt Apple das iPhone in quasi allen relevanten Mobilfunk-Ländern rund um den Globus auf den Markt. In über 70 Ländern soll es bis zum Jahresende angeboten werden. Nur China bleibt vorläufig außen vor.

Mit der Unterstützung der dritten Mobilfunkgeneration UMTS wird das iPhone vor allem außerhalb der USA attraktiver. Während in den Vereinigten Staaten das 3G-Netzwerk des Apple-Partners AT&T noch große Löcher aufweist, sind in Europa und Asien dicht ausgebaute UMTS-Netze eine Selbstverständlichkeit. Allerdings haben Apple-Konkurrenten wie Nokia, Samsung und HTC schon vorgelegt und bieten in ihren Top-Handys bereits die Turbo-Varianten von UMTS an.

Apple baut auf die hohe Zufriedenheit der Kunden, die sich bislang ein iPhone gekauft haben und nach Umfragen vor allem von der leichten Bedienbarkeit ihres Handys schwärmen. Mit zusätzlichen Software-Angeboten soll das iPhone vor allem business-tauglich gemacht werden. Künftig unterstützt die zweite Generation der iPhone-Software, die auf den alten Geräten kostenlos nachgerüstet werden kann, etwa die Exchange-Architektur von Microsoft für E-Mails, Kalendereinträge und Kontaktinformationen. Auf der anderen Seite setzt Apple aber auch auf den Spaßfaktor. Etliche Spiele verwandeln das iPhone in ein Gerät, das es durchaus mit kleinen tragbaren Konsolen aufnehmen kann.

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