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Folien verwandeln Glanz-Displays in Mattscheiben

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Glänzende Displays
Schwierige Lichtverhältnisse: Notebooks mit spiegelnden Displays sind unter freiem Himmel oft nicht zu gebrauchen. (Bild: Schierenbeck/dpa/tmn)

am 18.06.2008 | Von Dirk Averesch, dpa

Hamburg (dpa/tmn) - Unter freiem Himmel sind Notebooks oft nicht zu gebrauchen - denn das Tageslicht spiegelt sich in den Displays so stark, dass man nicht mehr viel erkennt. Abhilfe können Spezialfolien schaffen. Allerdings ist die Entspiegelung nicht gerade günstig.

Vor allem bei Notebooks herrschen die sogenannten Glare-Displays vor. Sie sollen brillantere Farben bieten. Praktisch sind Glare-Displays nicht unbedingt. Ist ein glänzendes Display für die Anwendung in geschlossenen Räumen je nach Standort vielleicht noch akzeptabel, wird die Arbeit am Notebook im Freien und vor allem bei Sonnenschein zur Qual oder ganz unmöglich. Unpraktisch und unergonomisch nennt Klaus Dembowski, Diplom-Ingenieur am Institut für Mikrosystemtechnik der Technischen Universität Hamburg-Harburg, Glare-Displays. «Das betrifft auch die Displays mit Klavierlack-Rahmen», so der Sachbuchautor.

Zumindest das Display lässt sich mit Hilfe von Spezialfolien entspiegeln. Sie bedecken die Display-Oberfläche vollständig und mit ihr den Glanz. Es gibt zwei Arten von Entspiegelung: «Das eine ist eine matte Oberfläche, das andere hat mit sogenannten Dünnschichten zu tun, die eine leicht violette Färbung haben», erklärt Kay-Uwe Schenke vom Hersteller 3M in Neuss.

Zweifach entspiegelt ist beispielsweise die Anti-Reflexionsfolie Vikuiti ARMR-200 von 3M. Eine Variante, die auf das Display laminiert werden kann, heißt ARMP-200. Die Folie kostet je nach Displaygröße zwischen 25 und 60 Euro. In einem Test stellte die Zeitschrift «c't» zwar fest, dass die Folie die Reflexionsstrukturen nicht vollständig auflösen kann: «Die Intensität der Spiegelung wird aber deutlich gemindert.» Je nach Notebook gehen durch das Aufbringen nur ein bis drei Prozent der Displayhelligkeit verloren. Der Kontrast verschlechterte sich beim Testgerät nur von 545:1 auf 505:1. Außerdem erwies sich die Folie als farbneutral.

Auf das Display gelangt ein Reflexionsschutz grundsätzlich in Eigenregie oder in einer Fachwerkstatt. «Man kann das per Hand machen oder den Laptop einschicken», sagt Schenke. Die größte Herausforderung besteht darin, die Oberfläche schmutz- und staubfrei zu reinigen und dann die Folie vorsichtig mit einer Hilfe einer Spachtel blasenfrei aufzubringen. «Die meisten machen das selbst.»

Die Tester von der «c't» beurteilen das Aufbringen der selbsthaftenden Folie jedoch als «schwierige Angelegenheit» - auch weil sie in punkto Kraft und Geschwindigkeit gleichmäßig angedrückt werden sollte. «Eine nur minimal schräg aufgesetzte Folie lässt spiegelnde Bereiche frei, die dann umso mehr stören; zudem stören selbst kleinste unter der Folie eingeschlossene Luftblasen oder Staubpartikel», warnen die Tester.

Sie raten deshalb zum Auflaminieren der Folien in einer Fachwerkstatt, was inklusive Material rund 100 Euro kostet. Während sich die von Hand aufgebrachten Folien leicht wieder lösen lassen, gehen laminierte Exemplare eine feste Verbindung mit der alten Display-Oberfläche, dem sogenannten Polarizer ein. Und sie lassen sich nur noch gemeinsam mit ihm wieder ablösen. Weil zum Laminieren in einer Werkstatt meist das sogenannte Panel ausgebaut werden muss, empfiehlt es sich, vorher mit dem Hersteller des Notebooks abzuklären, ob und welche Garantieansprüche verloren gehen können.

Passgenaue Folien sind auf dem Markt nicht nur für die großen Displays oder als besonders robuste Ausführung für Tablet-PCs zu haben, sondern auch für die kleinen Bildschirme von Handys, PDAs, Navigationsgeräten oder MP3-Spielern. Hier steht dann weniger die Entspiegelung als vielmehr die Schutzfunktion der Folie gegen das Verkratzen der oft in der Tasche getragenen Geräte im Vordergrund. Neben 3M bietet beispielsweise die in Hongkong beheimatete Marke Brando Workshop solche Folien im eigenen Online-Shop oder über deutsche Online-Händler an.

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