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Tipps für die Blumenfotografie im Frühjahr

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Blumenfotografie
Blumen lassen sich auch mit einer Kompaktkamera gut ablichten - der Fotograf sollte aber möglichst nahe am Objekt sein. (Bild: Schierenbeck/dpa/tmn)

am 18.06.2008 | Von Sven Appel, dpa

München/Essen (dpa/tmn) - Wenn die ersten warmen Tage Lust auf Natur machen, wachen viele Hobbyfotografen aus ihrem Dornröschenschlaf auf. Gärten, Wald und Wiese offenbaren einen reichen Schatz an Motiven - vor allem Blumen und Blüten aller Art.

Doch einfach nur draufzuhalten, führt selten zu herausragenden Fotos. Besser ist es, sich mit passender Ausrüstung gezielt auf die Suche zu machen. Sollen zum Beispiel Farbe und Form einer einzelnen Blüte hervorgehoben werden, empfiehlt sich die Verwendung eines Makro-Objektivs - was nur mit einer Spiegelreflexkamera funktioniert. Aber auch mit einer kompakten Kamera können Blumen und Blüten schön abgebildet werden. «Es gilt generell bei solchen Aufnahmen, so nahe wie möglich an das Motiv heranzugehen», sagt Horst Gottfried von der Zeitschrift «ColorFoto».

Bei Makro-Aufnahmen besteht Verwacklungsgefahr - je näher sich die Kamera am Objekt befindet, desto mehr. Da in diesem Szenario schon eine minimal wacklige Hand schnell zu unscharfen Bildern führt, ist die Verwendung eines Stativs ratsam. Zur Not hilft es schon, wenn der Fotograf sich selbst oder die Kamera irgendwo anlehnt oder aufstützt, so Horst Gottfried. Die Entfernung müsse dabei genau eingestellt und kontrolliert werden, weil sich die Schärfentiefe im Nahbereich in Zentimetern abspielt.

Der Experte rät außerdem, mehrere Aufnahmen von einem Motiv zu machen. Dann sei die Wahrscheinlichkeit größer, dass wenigstens einmal die Schärfentiefe auf den Blütenknospen liegt und nicht dahinter. Um mehr Helligkeit und damit kürzere Belichtungszeiten zu erreichen, können Aufheller eingesetzt werden. Das sind im Fachhandel erhältliche, reflektierende Scheiben, die Sonnenlicht auf das Motiv lenken. Die Verwendung solcher Aufheller hat gegenüber dem Blitzgerät den Vorteil, dass ihre Auswirkung schon vor der Aufnahme im Sucher zu erkennen ist, so der Photoindustrie-Verband in Frankfurt/Main. Den gleichen Zweck erfüllen silberne Reflektoren.

Auf den Blitz verzichtet die Profi-Fotografin Marion Nickig aus Essen ganz: «Das Bild wirkt sonst sehr flach», erklärt Nickig, die auf Pflanzen- und Gartenaufnahmen spezialisiert ist und bereits mehrere Bücher veröffentlicht hat. Für das Fotografieren von Blumen spielt laut Nickig die Tageszeit eine große Rolle: Ein Profi-Tipp laute, nicht in der prallen Mittagssonne zu fotografieren, weil die Aufnahmen sonst sehr hart wirken. «Am schönsten sind Blüten am frühen Morgen oder abends. Dann ist das Licht milder.» Wer einen Strauch oder Baum fotografiert, sollte Nickig zufolge bedenken, dass viele grüne Blätter das Sonnenlicht stark reflektieren.

Geduld ist gefragt, wenn der Wind Bewegung ins Spiel bringt. Da muss man einfach mehrere Aufnahmen machen. Oder man wählt einen anderen Zeitpunkt für die Aufnahme. Morgens und abends herrscht meist weniger Wind als tagsüber.

Wer ein etwas größeres Motiv wie einen Zweig voller Blüten ins Bild bannen möchte, ist dabei mit Teleobjektiv mit 100 bis 200 Millimeter Brennweite gut bedient: Die Blende wird nur so weit geschlossen, dass der Zweig in der Schärfentiefe liegt. Dadurch werde der Hintergrund ausgeblendet, erläutert Marion Nickig.

Ansonsten sollte laut den Experten vom Photoindustrie-Verband darauf geachtet werden, dass sich der Hintergrund farblich vom Hauptmotiv abhebt. Es sollten sich dort jedoch keine kontrastreichen Details befinden. Diese würden als Punkte oder Streifen den Bildeindruck stören.

Wer schöne Fotos machen möchte, sollte eine gewisse Experimentierfreude an den Tag legen. «Ich rate dazu, die Einstellungen manuell vorzunehmen, wenn dies die Kamera erlaubt», sagt Marion Nickig. «Profis arbeiten nicht mit Automatik.» Sie probierten vielmehr unterschiedliche Einstellungen wie Belichtungszeiten oder Blenden aus.

INFO: Das richtige Gepäck für die Blumen-Pirsch

Wer Blumen im Freien fotografiert, muss damit rechnen, dass Kamera und Objektiv durch Staub verschmutzt werden können. Ins Gepäck für die Blumen-Pirsch gehört daher unbedingt ein Reinigungsset. Es sollte zum Beispiel einen Pinsel sowie Reinigungstücher für die Linse enthalten.

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