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100 Hertz und Full HD: Was Flachbildfernseher leisten

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100 Hertz und Full HD: Was Flachbildfernseher leisten IT-News-World.de 0 5 3
Flachbildschirme
Da kann der Kunde schnell den Überblick verlieren: Bevor es zum TV-Kauf ins Geschäft geht, sollte man sich gut informieren. (Bild: dpa/tmn)

am 18.06.2008 | Von Sven Appel, dpa

Berlin/Stuttgart (dpa/tmn) - 2000, 3000, 4000 Euro - geht es noch teurer? Diese Frage dürften sich viele Verbraucher angesichts mancher Fernsehgeräte im Elektromarkt stellen.

Und was können die Modelle aus der oberen Preisklasse, was nicht auch Geräte für 1000 Euro weniger vollbringen? Der Unterschied liegt in der Summe der Details. Einerseits sind kleine Fernseher tendenziell günstiger als große. Andererseits finden sich innerhalb der Größe-Klassen erhebliche Preisunterschiede. Einen Fernseher mit 26 Zoll bekommt man für 600 Euro - man kann dafür aber auch das Sechsfache ausgeben. Dabei kann das günstigere Gerät durchaus besser abschneiden, wie eine Untersuchung der Stiftung Warentest in Berlin gezeigt hat (Sonderheft «test Spezial Fernsehgeräte»). Das Ergebnis zeigt, dass Käufer sehr genau hinschauen sollten, zum Beispiel auf die Anschlüsse.

«Bessere Geräte haben meist zwei oder drei HDMI-Anschlüsse», erklärt Jochen Wieloch von der Zeitschrift «Video». Flachbildfernseher der niederen Preisklassen haben dagegen meist nur eine dieser digitalen Schnittstellen. Dabei gehört HDMI die Zukunft: Die DVD-Nachfolger HD DVD oder Blu-ray lassen sich nur mit diesem Anschluss auf die Mattscheibe bringen. Aber es gibt auch schon DVD-Player, die mit HDMI arbeiten.

Nur selten findet sich bei LCD- und Plasma-Fernsehern ein Einschub für Speicherkarten. So eine Schnittstelle ist aber sinnvoll: Man steckt die Speicherkarte der Digitalkamera hinein und kann sich die Fotos auf dem Fernseher ansehen. Weiter verbreitet, teilweise auch schon bei Modellen für weniger als 1000 Euro, ist das sogenannte Common Interface. Diese CI-Schnittstelle erlaubt den Empfang von Pay-TV.

Ein eingebauter DVB-T-Empfänger ist laut Jochen Wieloch fast schon Standard. Wer jedoch eine Satellitenschüssel besitzt oder einen digitalen Kabelanschluss, braucht einen entsprechenden Empfänger. «Doch ein integrierter DVB-S- oder DVB-C-Receiver ist noch eher selten», sagt Wieloch.

Ebenfalls bei teureren Geräten ist das sogenannte Full HD zu finden: Fernseher mit dieser Auflösung bieten eine Darstellung mit 1920 mal 1080 Pixeln. Die herkömmliche HD-Auflösung beträgt 1280 mal 720 Bildpunkte. Der Zuschauer nimmt das Auflösungs-Plus in der Regel jedoch erst auf TV-Geräten mit einer Bilddiagonale von einem Meter beziehungsweise 42 Zoll wahr. Wer also einen kleineren LCD- oder Plasma-Fernseher wünscht, kann sich den Aufpreis sparen.

Wichtiger sei da eher die 100-Hertz-Technik, so Wieloch. Sie ist meist nur in Modellen zu Preisen von mehr als 1000 Euro zu finden. Was bei Röhrenfernsehern noch für flimmerfreie Darstellung sorgen sollte, wird bei LCD-Geräten eingesetzt, um Bewegungsunschärfen zu vermeiden. «Die von uns getesteten 100-Hertz-Geräte lieferten allesamt ein flüssigeres Bild.»

Wer weniger als 1000 Euro für einen neuen Fernseher ausgeben möchte, sei beruhigt: Er liegt damit im Trend. Nach Angaben der Gesellschaft für Unterhaltungs- und Kommunikationselektronik (gfu) in Frankfurt/Main betrug der durchschnittlich gezahlte Preis pro Gerät im Jahr 2006 rund 760 Euro. Wer nicht mehr ausgeben, gleichzeitig auf Full HD, drei HDMI-Anschlüsse und andere Ausstattungsmerkmale nicht verzichten will, muss noch abwarten. Auch nicht schlimm, denn HDTV wird es flächendeckend in Deutschland erst in einigen Jahren geben.

INFO: HD-Bilder noch Mangelware

Die flachen LCD- oder Plasma-Fernseher sehen schön aus - ihr eigentlicher Vorteil im Vergleich zu herkömmlichen Röhrenfernsehern liegt jedoch in der deutlich höheren Bildauflösung. Darin liegt derzeit aber auch ein Problem: Das bis dato übliche Fernsehbild nach PAL-Standard bietet eine viel geringere Auflösung. Um den Bildschirm füllen zu können, muss der Fernseher das PAL-Signal hochrechnen. Das klappt leider nur bei wenigen Geräten gut.

Wer also herkömmliches Fernsehen empfängt, wird in der Regel mit einem Flachbildgerät kein besseres Bild erhalten. Dazu wäre ein Bild nötig, das bereits im hochauflösenden Format vorliegt. Solche HD-Bilder liefern zum Beispiel die DVD-Nachfolger HD DVD und Blu-ray. Doch sowohl die Abspielgeräte als auch die Filme im HD-DVD- und Blu-ray-Standard sind im Vergleich zur DVD noch sehr teuer. Und bis HDTV, das hochauflösende Fernsehen, in Deutschland flächendeckend empfangen werden kann, werden noch Jahre vergehen.

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