Fraunhofer Institut entwickelt neuartige Schutzsoftware
Fraunhofer Institut entwickelt neuartige Schutzsoftware
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am 20.02.2008 | von Alfred Krüger
Das Fraunhofer Institut Rechnerarchitektur und Softwaretechnik (FIRST) arbeitet an der Entwicklung von Sicherheitssoftware, die neue Schadprogramme selbstständig erkennen können soll. Möglich wird dies durch Verfahren maschinellen Lernens. Die neue Sicherheitssoftware, die im Rahmen des Projekts MIND entwickelt wurde, benutzt bestimmte Algorithmen, die Anomalien im Datenverkehr erkennen und herausfiltern kann. Seit 2007 wird daran gearbeitet, das Schutzsystem auch echtzeitfähig zu machen. Auf der CeBit in Hannover wird das Fraunhofer Institut die Arbeitsergebnisse präsentieren.
Inflation der Schadprogramme
Die Zahl der Schadprogramme, die Tag für Tag auf die Rechner dieser Welt losgelassen werden explodiert. Schadprogrammexperten der Magdeburger Sicherheitsfirma AV-Test haben sie gezählt. Danach wurden im letzten Jahr weltweit rund 5,5 Millionen Schadprogramme entdeckt, mehr als fünfmal so viele wie 2006 und umgerechnet gut 15.000 neue Schädlinge pro Tag. Angesichts dieser Bedrohungslage wird es immer wichtiger, Schutzsysteme zu entwickeln, die möglichst schnell und am besten selbstständig auf neue Schadprogramme und Angriffe aus dem Netz reagieren können.
Grenzen der signaturbasierten Erkennung
Die Hersteller der klassischen Schutzsysteme, die auf Basis von Signaturen arbeiten, haben es immer schwerer, mit dem Tempo der cyberkriminellen Schadprogrammverbreiter Schritt zu halten. Signaturbasierte Schutzsoftware kann einen Schädling erst abwehren, wenn er bekannt ist und der Hersteller der Schutzsoftware eine Signatur für diesen Schädling, also seinen digitalen Fingerabdruck, entwickelt und an seine Kunden ausgeliefert hat. Vom Auftauchen des neuen Schädlings bis zum Update der Signaturen ist der Nutzer ungeschützt.
„ReMind“
Das Fraunhofer Institut Rechnerarchitektur und Softwaretechnik arbeitet seit 2004 an einer Technik, die neuartige Schadprogramme selbstständig und ohne Signaturupdate erkennen kann. Die neuartige Software, die auf den Namen „ReMind“ hört, ist in der Lage, Angriffsversuche zu erkennen. Signaturen sind nicht nötig. Vielmehr überwacht die Schutzsoftware den Datenverkehr mit Hilfe spezieller Algorithmen, die in der Lage sind, Anomalien im Datenverkehr zu erkennen. Schadprogrammattacken weisen bestimmte „semantische Eigenschaften“ auf, die sich von denen normaler Daten wesentlich unterscheiden, sagen die Forscher. Bemerkt ReMind solche ungewöhnlichen Datenpakete, werden die „gefährlichen Daten“ automatisch herausgefiltert.
Progressive Angriffserkennungs-Technik
Das System, von dem ein erster Prototyp existiert, ist in der Lage, neue Angriffsmuster selbstständig zu erkennen. „Die zu erforschenden Methoden umfassen in erster Linie so genannte progressive Angriffserkennungs-Techniken, die bereits beim Aufbau einer Netzverbindung die eintreffenden Pakete betrachten und mit zunehmender Sicherheit entscheiden, ob die Verbindung Angriffe enthält“, beschreiben die Forscher ihr Ziel. Gleichzeitig werden Techniken erforscht, „mit denen die Bedeutung eines erkannten Angriffs bestimmt werden kann, um automatisch geeignete Abwehrmaßnahmen einzuleiten.“
Live auf der CeBit
Die Forscher des Fraunhofer Instituts werden ihr ReMind-System auf der CeBit in Hannover erstmalig in der Öffentlichkeit demonstrieren. Besucher können der Software mit verschiedenen Angriffsmöglichkeiten auf den Zahn fühlen und live miterleben, wie ReMind die Angriffe abwehrt – oder auch nicht…
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