Opera klagt gegen Microsoft
Opera klagt gegen Microsoft
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am 13.12.2007 | von Alfred Krüger
Die norwegische Browserfirma Opera hat bei der Europäischen Kommission Klage gegen das US-Unternehmen Microsoft eingereicht. Der Grund: Microsoft verstoße mit der Bindung seines Internet Explorers an die Redmonder Betriebssysteme gegen das Wettbewerbsrecht. Daneben soll Microsoft sich mit seinem Browser stärker an die Standards des World Wide Web Consortiums (W3C) halten. Ansonsten werde die Interoperabilität von Webseiten, die speziell für den Internet Explorer optimiert worden seien, gefährdet.
Marktdominanz durch Bündelung
Dem norwegischen Browserhersteller Opera ist die Dominanz des Internet Explorers auf dem Markt für Betriebssysteme schon seit längerem ein Dorn im Auge. Zwar ist der Marktanteil des Redmonder Haus-Browsers durch das Auftauchen des Open-Source-Browsers Firefox in den letzten beiden Jahren kontinuierlich gesunken. Dennoch bleibt die Marktdominanz weltweit erdrückend. Erzielen und halten konnte Microsoft diese Marktbeherrschung nur dadurch, dass der Softwarekonzern seinen Browser immer zusammen mit seinen Betriebssystemen ausgeliefert hat.
Browser vom Betriebssystem trennen
Das soll sich künftig ändern – ginge es nach Opera. Die norwegische Firma fordert von der EU-Kommission eine Entscheidung, die Microsoft dazu zwingen soll, Windows und den Internet Explorer voneinander zu trennen. Im Ergebnis liefe es vermutlich darauf hinaus, dass Microsoft seine Betriebssysteme ohne Browser anbietet. Wahlweise könnten auf dem Windows-Desktop auch alternative Browser angeboten werden, heißt es aus Oslo.
Microsoft soll sich an Standards halten
Daneben will Opera erreichen, dass sich Microsoft strenger an die Standards des W3C hält und diese in seinen Browser implementiert. In der Tat ist es immer noch so, dass Microsoft teils eigene „Standards“ entwickelt, teils sich nicht an die W3C-Standards hält. Die Folge ist, dass Webseitenbastler, die sich an Microsofts Hausbrowser orientieren und ihre Seiten nur mit dem Internet Explorer testen, Schwierigkeiten mit anderen Browsern bekommen können. Zudem ist es für Webdesigner zum Teil außerordentlich umständlich, wenn sie ihre Seiten für die gängigen Browser kompatibel gestalten wollen. Der Vorstoß aus Oslo wird deshalb in den Ohren vieler leidgeplagter Webdesigner wie Musik klingen.
Nicht der erste Konflikt
Microsoft und Opera treffen nicht zum ersten Mal in einem "Kartellstreit" aufeinander. Ende Oktober 2001 hatte Microsoft den Zugriff auf seine MSN-Seiten für Opera-Browser vorübergehend gesperrt. Anfang 2003 fiel auf, dass die eigenes für den Opera-Browser gestaltete MSN-Seite Fehler enthielt. Style Sheets waren nicht korrekt eingesetzt worden. Dadurch wurde die Seite per Opera falsch dargestellt. Surfer, die mit Opera im Netz unterwegs waren, mussten annehmen, dass nicht die MSN-Seite falsch erstellt worden war, sondern dass ihr Browser fehlerhaft arbeitete. Der Fehler wurde von Microsoft korrigiert, hatte aber offenbar noch ein finanzielles Nachspiel.
12,75 Millionen
Im Mai 2004 wurde bekannt, dass sich Opera mit einem internationalen Konzern auf Zahlung von 12,75 Millionen US-Dollar geeinigt hatte. Grund: Webseiten des Konzerns waren für den Internet Explorer optimiert und konnten durch Opera nicht mehr korrekt angezeigt werden. Ob es sich bei diesem „internationalen“ Konzern um Microsoft handelte, wurde offiziell nie bestätigt. Norwegische Zeitungen gingen damals aber davon aus, dass Microsoft hier zur Kasse gebeten worden war.
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