Verbraucherschützer gegen Windows-Nachrichtendienst
Verbraucherschützer gegen Windows-Nachrichtendienst
IT-News-World.de
5
5
am 07.11.2003 | von ak
Die US-amerikanische Wettbewerbs- und Verbraucherschutzbehörde FTC hat gegen die Firma D Squared eine einstweilige Verfügung erwirkt, die es dieser Softwarefirma verbietet, über den Windows-Nachrichtendienst Werbung zu verschicken. Das dreiste Werbekonzept dieser Firma: Sie wirbt per Windows-Nachrichtendienst, dessen Meldungen sich automatisch in einem PopUp-Fenster öffnen, für ihre kostenpflichtige Anti-PopUp-Software.
Eine „interessante“ Geschäftsmethode
Howard Beales, Direktor bei der FTC, spricht von Betrug. Er meint damit nicht den Windows-Nachrichtendienst an sich, wie übereifrige Windows-Kritiker vorschnell vermuten könnten, sondern das Verhalten der Softwarefirma D Squared. Diese Firma verschickt ihre Werbebotschaften alle zehn Minuten über den Windows-Nachrichtendienst. Bei aktiviertem Nachrichtendienst öffnet sich dann auf dem Desktop des Users wie von Geisterhand ein Fenster mit der unerwünschten Werbung. Für 30 Dollar wird darin ein Programm der Firma angeboten, das PopUp-Meldungen künftig unterdrücken soll – eine „interessante“ Geschäftsmethode allemal: Erst verursacht die Firma mit ihren Meldungen ein Problem, um im gleichen Atemzug und gegen Bares eine Lösung dafür anzubieten. Das sei sittenwidrig, meint die FTC und bekam vor Gericht Recht. D Squared darf die Werbung für ihren PopUp-Schutz nicht mehr per Windows-Nachrichtendienst verbreiten.
Eldorado für Spammer
Der Windows-Nachrichtendienst hat nichts mit dem MSN-Messenger zu tun. Vielmehr können mit diesem System in Windows-Netzwerken Meldungen ausgetauscht werden. Die Meldungen erscheinen in einem PopUp-Fenster auf dem Bildschirm. Spammer nutzen diese Funktion seit geraumer Zeit für ihre Zwecke. Sie werben für Potenzmittel oder Pornoseiten, die den unbedarften User nicht selten mit einem Dialer ans Portmonee gehen, oder verbreiten gefälschte Virenwarnungen. Mitte Oktober wurde darüber hinaus bekannt, dass der Windows-Nachrichtendienst eine schwere Sicherheitslücke besitzt, die es einem Angreifer ermöglicht, vollen Zugriff auf das System zu erhalten.
AOL hat Nachrichtendienst heimlich abgeschaltet
Wegen dieser Sicherheitslücke und auf Grund der Belästigungen durch unerwünschte Werbung hat AOL bereits im Oktober dieses Jahres den Windows-Nachrichtendienst bei seinen Kunden eigenmächtig und heimlich abgeschaltet. Es gebe von Microsoft zwar einen Patch, um die entsprechende Sicherheitslücke zu schließen und jeder Windows-Nutzer könne diesen Dienst auch selbst abschalten, hieß es bei AOL. Doch nur ein Bruchteil der AOL-Kunden nutze diese Möglichkeiten, sich zu schützen. Da kaum ein Windows-User die Nachrichtenfunktion wirklich benötige, habe AOL zur Selbsthilfe gegriffen und den Dienst per AOL- Software-Update ausgeschaltet.
AOL-„Selbsthilfe“ nicht unstrittig
Die eigenmächtige Vorgehensweise des größten US-amerikanischen Online-Providers stieß bei Sicherheitsexperten nicht nur auf Zustimmung. Zwar wurde AOL zugestanden, mit der Maßnahme konkrete Gefährdungen für AOL-Kunden reduziert zu haben. Es sei aber ein gefährlicher Präzedenzfall, wenn Firmen einfach „in Computer reingehen und Dinge an- oder ausschalten“. Da sei es nur noch ein kleiner Schritt bis zum Abschalten missliebiger Konkurrenzdienste.
Nachrichtendienst künftig per default abgeschaltet
Auch Microsoft ist mit seinem Nachrichtendienst anscheinend nicht besonders glücklich. Das Service Pack 2 für Windows XP, das im ersten Halbjahr 2004 erscheinen soll, wird die Einstellungen für den Nachrichtendienst und die eingebaute Firewall standardmäßig ändern. Der Nachrichtendienst wird grundsätzlich abgeschaltet und die Internet Connection Firewall (ICF) per default eingeschaltet sein.
Weitere News aus Netzwelt
25.06.2008 | Alfred Krüger | Anfang Juli schlug das Sicherheitsunternehmen Kaspersky Alarm. Die russischen Schadprogrammfahnder hatten gefährliche Trojaner in der freien Wildbahn des Internets aufgespürt: Ransomware - Schadprogramme, die Dateien im Opfer-PC verschlüsseln und ihre Opfer anschließend erpressen. Kaspersky rief daraufhin die Webgemeinde auf, bei der Entschlüsselung mitzuhelfen. Kritiker vermuteten einen PR-Gag. Und tatsächlich zeigt sich jetzt, dass es gar nicht nötig ist, den Schlüssel herauszufinden. Ein simples Recovery-Programm reicht aus, damit man wieder an die Daten kommt.
Weiter lesen ...
16.05.2008 | von Alfred Krüger | Alle Jahre wieder legt die Business Software Alliance (BSA) ihren Pirateriebericht vor. Es geht um raubkopierte Software und die Schäden, die dadurch bei den Softwarefirmen entstehen. In Deutschland, so berichtet die BSA in ihrem jüngsten Pirateriebericht, ist der Anteil raubkopierter Software 2007 auf 27 Prozent zurückgegangen. Weltweit verzeichnet die BSA jedoch einen Anstieg um drei Prozent auf 38 Prozent. Die Zahlen werden vom US-Marktforschungsinstitut IDC ermittelt und sind mit Vorsicht zu genießen.
Weiter lesen ...
13.05.2008 | von Alfred Krüger | Vom Schreibtisch aus in ferne Galaxien? Microsoft macht’s möglich – mit WorldWide Telescope. Die Software erlaubt einen digitalen Blick durch verschiedene Weltraumteleskope in die unendlichen Weiten des Universums. Wer die technischen Möglichkeiten besitzt, kann sogar ein eigenes Teleskop über die neue Software aus dem Haus Microsoft fernsteuern. Die Daten, die WorldWide Telescope benutzt, stammen von verschiedenen Teleskopen auf der Erde und der Erdumlaufbahn. Wer WorldWide Telescope benutzen möchte, braucht allerdings einen in jeder Hinsicht überdurchschnittlich leistungsfähigen PC. Es gilt das Motto: Mehr ist immer besser.
Weiter lesen ...
04.05.2008 | von Alfred Krüger | Das Pokern um die Übernahme von Yahoo durch Microsoft ist vorerst vorbei. Microsoft hat sein Übernahmeangebot offiziell zurückgezogen. Yahoo wird dem Redmonder Softwarekonzern nicht einverleibt. Das gab Microsoft-Chef Steve Ballmer heute in einem Brief an Yahoo-Chef Jerry Chang bekannt. Zwischen beiden hatte es noch in den letzten Tagen Gespräche gegeben – aber offenbar in der Sache keine Annäherung. Obwohl Microsoft den Preis noch einmal um zwei Dollar pro Aktie von 31 auf 33 Dollar angehoben haben soll, zeigte Chang sich offenbar nicht willig. Analysten gehen nun davon aus, dass der Kurs der Yahoo-Aktie kräftig sinken wird.
Weiter lesen ...
30.04.2008 | von Alfred Krüger | eBay rüstet auf in Sachen Sicherheit. Nicht nur in Australien, sondern nun auch in Deutschland gilt: In bestimmten Fällen müssen eBay-Verkäufer ihre finanziellen Transaktionen künftig über den Bezahldienst PayPal abwickeln. PayPal ist eine eBay-Tochter und bietet Käufern, die per PayPal zahlen, eine Absicherung bis zu 1000 Euro. Der PayPal-Zwang soll für Verkäufer eingeführt werden, die gewisse Mindestkriterien nicht erfüllen. In Australien wurde der PayPal-Zwang bereits vor rund drei Wochen angekündigt.
Weiter lesen ...
Weitere News aus dem Bereich Netzwelt »