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Und sie laufen doch… Multiple Internet Explorer unter Windows

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am 06.11.2003 | von ak

Webentwickler hatten es bisher nicht leicht, wenn sie ihre Webseiten mit dem Internet Explorer testen wollten. Windows erlaubt es nicht, die unterschiedlichen Versionen des hauseigenen Browsers nebeneinander zu installieren. Der Amerikaner Joe Maddalone hat nun ein Verfahren gefunden, wie man Windows überlisten und den Internet Explorer in allen seinen bisherigen Versionen problemlos installieren kann. Schuld daran trägt indirekt der Patentrechtsstreit zwischen Microsoft und der Softwarefirma Eolas.

Seitentesten mit dem IE – aufwändig, zeitraubend, nervig
Nicht jeder Surfer nutzt die jeweils aktuelle Fassung seines Lieblingsbrowsers. Es gehört deshalb zum kleinen Einmaleins des Webdesigners, seine Webseiten mit möglichst vielen verschiedenen Browsern zu testen. Während es unter Windows problemlos möglich ist, Netscapes Navigator, Mozilla oder Opera in ihren unterschiedlichen Versionen nebeneinander zu installieren und nacheinander durchzutesten, akzeptierte Windows bisher keine zweite, noch dazu ältere Version des Internet Explorers. Wer sich zu Testzwecken nicht mehrere Computer zulegen wollte, musste auf seiner Festplatte mehrere Partitionen anlegen, auf jeder ein komplettes Windows mit dem jeweiligen Browser installieren und zum Testen jedes Mal den PC neu starten. Als Alternative boten sich Programme an, die die verschiedenen Internet Explorer-Versionen emulierten. Insgesamt ein aufwändiges und zeitraubendes Verfahren, das nun, dem Amerikaner Maddalone sei Dank, ein Ende hat. Geholfen hat ihm dabei der Patentrechtsstreit zwischen Microsoft und Eolas um die Browser-Plug-in-Technik.

Microsoft gibt selbst die Lösung vor
Bereits kurz nachdem Microsoft den Patentrechtsstreit mit der Firma Eolas verloren hatte und zur Zahlung von Schadensersatz von mehr als einer halben Milliarde Dollar verurteilt worden war, bot der Redmonder Softwarekonzern eine Testversion des Internet Explorers zum Download an, die das umstrittene Patent der Firma Eolas nicht nutzt. Zu denjenigen, die sich die überarbeitete Version des Browsers zum Testen herunterluden, gehörte Joe Maddalone. Der Webdesigner aus Chicago staunte nicht schlecht, als sich die Testversion problemlos neben der Version 6.0 des Internet Explorers installieren ließ. Windows hatte plötzlich nichts dagegen, zwei Internet Explorer friedlich nebeneinander arbeiten zu lassen.



Der Stolperstein – eine leere Textdatei
Joe Maddalone gehört anscheinend zu jener Sorte Webdesigner, die einer Sache immer auf den Grund gehen müssen. Zwei Dinge waren es, die seinen Spürsinn weckten: Erstens bestand die heruntergeladene Internet-Explorer-Testversion nicht aus einem MB-starken Dateien-Set, sondern nur aus gerade einmal vierzehn Files mit einer Größe von knapp drei MB. Unter diesen Files fiel Maddalone zweitens eine Datei mit dem seltsamen Namen : IEXPLORE.EXE.local auf. Er löschte sie kurzerhand, startete die Browsertestversion – es öffnete sich jedoch der Standardbrowser und nicht die IE-Testversion. Damit war erwiesen, dass allein IEXPLORE.EXE.local dafür verantwortlich war, dass die Testversion neben der Standardversion installiert und benutzt werden konnte. Daraufhin lud sich Maddalone den IE 5.5 aus dem Netz, extrahierte die komprimierten Dateien und löschte alle Files mit Ausnahme der folgenden: BROWSEUI.DLL, DISPEX.DLL, IEXPLORE.EXE, INETCPL.CPL, INETCPLC.DLL, JSCRIPT.DLL, SHDOCVW.DLL, URLMON.DLL, MSHTML.DLL, MSHTML.TLB.
Was jetzt noch fehlte, war IEXPLORE.EXE.local. Er erstellte eine leere Textdatei, gab ihr den entsprechenden Namen… „And BAM!!! - you got yourself a standalone version of IE 5.5 along side IE 6.0!”
Die gleiche Prozedur wandte er auch auf den IE 5.01 an, wobei hier eine weitere Datei namens SHDOCLC.DLL nicht gelöscht werden durfte. Zum Beweis, dass das auch alles wirklich funktioniert, hat Maddalone einen Screenshot ins Netz gestellt, auf dem die Internet Explorer in den Versionen 6.0, 5.5 und 5.01 friedlich nebeneinander laufen.

Lauffähige IE-Versionen zum Download
Wer sich nicht die Arbeit machen möchte, die Installationsdateien der verschiedenen IE-Versionen selbst zu entkernen, kann sich das fertig gekürzte Dateien-Set auch aus dem Netz herunterladen. Es steht für die folgenden IE-Versionen zum Download bereit:
IE 5.5 SP2 (3,0 MB),
IE 5.01 (3,2 MB),
IE 4.01 (2,7 MB),
und spaßeshalber, weil ihn nur noch unverbesserliche Nostalgiker nutzen dürften, der
IE 3.0 (0,8 MB).
Die Dateien müssen nach dem Download nur noch entzippt werden. Anschließend kann die jeweilige IE-Version aus ihrem Ordner heraus gestartet werden. Voraussetzung ist offenbar eine fertige IE 6.0-Installation. Eine weitere Einschränkung: Das Verfahren funktioniert soweit ersichtlich nur unter Windows XP und Windows 2000.

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